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Landeszeitung

18. Oktober 2017 | 07:39 Uhr

Sturm zwingt zur Eile

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bei Gefahr in Verzug können örtliche Behörden das Fällen von Bäumen genehmigen

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:35 Uhr

Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Das Orkantief „Xaver“ kann auch nach dem Abflauen noch Schaden anrichten. Bäume, die durch den Sturm ins Wanken geraten sind, drohen auf Häuser oder Autos zu stürzen. „In diesem Fall ist schnelles Handeln notwendig“ , weiß Landrat Rolf-Oliver Schwemer. Der Verwaltungschef hat daher gestern eine Anordnung erlassen, die das Verfahren zum Fällen eines Baumes bei „Gefahr im Verzug“ deutlich verkürzt. Die Genehmigung muss dann nicht mehr bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt werden, sondern kann direkt mit dem örtlichen Bürgermeister oder Mitarbeitern der Amtsverwaltung abgesprochen werden.

„Schon nach dem ersten Orkan in diesem Winter haben wir überlegt, wie man künftig in diesen besonderen Situationen mit umsturzgefährdeten Bäumen umgehen soll“, sagt Schwemer. Denn nach dem Orkan „Christian“ vor fünf Wochen klingelten ständig die Telefone in der Unteren Naturschutzbehörde im Kreishaus. Die Anrufer seien unsicher gewesen, ob es erlaubt sei, die umgeknickten Bäume abzuholzen. Denn in der Regel muss man zunächst einen Antrag stellen und eine gutachterliche Stellungnahme bei der Behörde in Rendsburg einreichen, bevor man Bäume mit einem Stammumfang von zwei Metern und mehr fällen darf. Diese Regel ist in diesen stürmischen Zeiten nun aufgehoben, erklärt der Landrat, der sich mit dem Umweltministerium des Landes abgestimmt hat.

„Wir haben die örtlichen Behörden und auch die Feuerwehr über die Ausnahmeregelung informiert“, berichtet Rolf-Oliver Schwemer. So sei sichergestellt, dass direkt an Ort und Stelle entschieden werden kann, ob aus Sicherheitsgründen die Motorsäge angesetzt werden muss. „Manchmal bleibt keine Zeit, lange Behördenwege zu gehen“. Gefahrenabwehr habe absoluten Vorrang. Der Landrat verweist zudem darauf, dass für das Beseitigen von umsturzgefährdeten Bäumen keine Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen verlangt werden.

Doch nicht nur die neue Regel für die Zuständigkeiten bei Gefahr durch schwankende Bäume gehört zu den Maßnahmen, die im Kreishaus wegen des Orkans getroffen wurden. Im Erdgeschoss wurde unter der Leitung von Thilo Rohlfs ein Raum als Lagezentrum eingerichtet. Schreibtische wurden aufgestellt, Computer eingerichtet, Drucker angeschlossen und Telefone installiert. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Leitstelle in Kiel“, sagt der Fachbereichsleiter für das Umwelt-, Kommunal- und Ordnungswesen.

Der Stab umfasste gestern fünf Fachleute. „Sollte Katastrophenalarm ausgelöst werden“, wird die Mannschaft natürlich aufgestockt“, kündigte Rohlfs an, der die Fäden zu Polizei, Rettungsdiensten und Verwaltung in der Hand hält. Man sei nicht nur darauf vorbereitet, dass im Kreis Rendsburg-Eckernförde Alarm ausgelöst wird. „Wir können auch rund um die Uhr helfen, wenn uns die Nachbarkreise oder die Kollegen an der Westküste um Unterstützung bitten.“

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