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Unruhe bei Hobby : Striewski: „Wir machen Kurzarbeit und behalten alle Mann an Bord“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Noch vor wenigen Jahren schien es so, als würde die Erfolgsgeschichte des Hobby-Wohnwagenwerks kein Ende nehmen.

Die Auftragsbücher waren voll, der Umsatz stieg Jahr für Jahr, der Bau eines eigenen Werks für Reisemobile erwies sich als goldrichtig. Hobby – das war für die zeitweise mehr als 1300 Mitarbeiter dank Innovationen und Qualität made in Fockbek eine sichere Bank.

Doch nun kommt am Stammsitz an der Harald-Striewski-Straße Unruhe auf. Von Absatzkrise und Personalabbau war in diesem Jahr hinter vorgehaltener Hand die Rede. Tiefs in den Bilanzen gab es in Fockbek schon immer. Doch diesmal – so ein Hobby-Kenner – „geht es um eine andere Dimension. Die Kurzarbeit könnte bis zu einem Jahr andauern“.

In der vergangenen Woche die Bestätigung von Seiten der IG Metall. Ja, es werde Kurzarbeit beantragt. Nein, Entlassungen habe man verhindern können. Die Geschäftsführung schwieg. Bis gestern. In einem persönlichen Schreiben meldete sich Firmengründer Harald Striewski zu Wort. Man habe vor der Wahl gestanden, so der Inhaber: „Entweder wir entlassen 50 Mitarbeiter und garantieren der Belegschaft keine Kurzarbeit innerhalb von zwölf Monaten, oder wir machen Kurzarbeit und behalten alle Mann an Bord.“ Gemeinsam mit dem Betriebsrat und der IG Metall habe man sich für Kurzarbeit entschieden.

Was das für die Belegschaft bedeutet, steht noch nicht fest. Es werde an einem Konzept gearbeitet, Kurzarbeit sei noch nicht beantragt worden, hieß es aus dem Büro der Geschäftsführung.

Inhaber Harald Striewski begründete die Situation so: „Hobby lebt aufgrund seiner Größe vom Exportgeschäft“, hier sei eine deutliche Zurückhaltung zu spüren, obwohl auf allen Caravan-Messen in Europa Besucherrekorde gemeldet worden seien. „Der Personalstand ist bei Hobby im Gegensatz zur Produktion in den letzten Jahren ständig gestiegen“, führte Striewski weiter aus. „Dieses ist dadurch entstanden, dass auch von Seiten der Belegschaft kaum Kündigungen erfolgen (man fühlt sich bei Hobby wohl), alle Auszubildenden grundsätzlich übernommen werden (Hobby hat ständig 35 bis 40 Azubis) und zusätzlich noch Fachkräfte eingestellt werden.“

Nach wie vor seien Hobby und auch die Firma Fendt „die großen Gewinner in der Wohnwagenbranche“, so Striewski. Beide Firmen hätten in den vergangenen Jahren im Gegensatz zu anderen Herstellern keine betriebsbedingten Kündigungen vorgenommen. „Im Gegenteil, bei Bedarf wurden sogar Leiharbeiter zusätzlich beschäftigt.“ Der Marktanteil von Hobby und Fendt in Euro liege gemeinsam bei fast 50 Prozent. Bestätigt wird Striewski durch mehrere Top-Platzierungen, mit denen Hobby in diesem Jahr bei in- und ausländischen Wettbewerben aufwartete. Der „Premium Van“ wurde von europäischen Fachjournalisten auf Platz 1 beim „European Innovation Award 2013“ gewählt. Bei den Caravans schaffte der neue Hobby „De Luxe easy“ auf Anhieb den Sprung auf Platz 2. Und beim „König Kunde Award 2013“ der renommierten Fachzeitschrift „Camping, Cars und Caravans“ kam Hobby auf Platz 3.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 19:30 Uhr

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