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Naturschützer besorgt : Streit um Wasserstand im Wilden Moor

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Gemeinde Osterrönfeld will dem Gelände Nässe entziehen, um eine unbefestigte Straße weniger reparaturanfällig zu machen. Tiere und Pflanzen könnten dadurch in Gefahr geraten. Heute berät ein Ausschuss über das Thema.

Von einem Aussichtshügel können Besucher über eine offene Moorlandschaft blicken. Das Wilde Moor im Süden der Gemeinde Osterrönfeld umfasst 500 Hektar Grünland und Moorflächen. Im Laufe der letzten 35 Jahre sind unter der Regie des Unabhängigen Kuratoriums Landschaft Schleswig-Holstein (UKLSH) etwa 200 Hektar wiedervernässt worden. Doch jetzt soll dem Gelände wieder Wasser entzogen werden – und darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht eine unbefestigte Straße, von der die Gemeinde Osterrönfeld sagt, dass sie durch den hohen Wasserstand im Moor dauerhaft gefährdet ist. Naturschützer halten dagegen, dass durch eine Senkung des Wasserspiegels die Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt werden könnte.

„Naturschutz, Klimaschutz und Artenschutz stehen hier gegen das Ansinnen einiger weniger Eigentümer, die ,ihr Moor‘ trockenen Fußes betreten wollen“, stellt der UKLSH-Vorsitzende Dr. Kuno Brehm bei einem Ortstermin fest. Neben den Eigentümern habe auch die Gemeinde ein Interesse daran, den Wasserstand zu senken. Wie Bürgermeister Bernd Sienknecht betätigt, wolle man dadurch die Fahrstraßen durch das Moor stabiler machen. „Durch das Aufstauen des Wassers werden die Wege in Mitleidenschaft gezogen.“ Das führe dazu, dass immer wieder kostspielige Ausbesserungen nötig seien.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises hat vorerst genehmigt, dass ein Abfluss im Bereich des 1. Moordammes geöffnet wird, um den Wasserstand zu senken. „Zwischen Eigentümern und dem Verein bestehen unterschiedliche Sichtweisen über den Wasserstand“, bestätigt Knut Arp (UNB). Es werde jetzt ein Kompromiss angestrebt. „Der Wasserstand soll sinken, aber der Moorkörper muss feucht bleiben.“ An den optimalen Wasserstand wolle man sich nach und nach „herantasten“. Um eine Höhengrenze zu ermitteln, nimmt das UKLSH regelmäßig Messungen vor. Man stehe im ständigen Dialog, betont Arp. Er macht deutlich, dass es sich bei der derzeitigen Maßnahme nicht um eine „Entwässerung“ handele. „Es geht darum, den optimalen Wasserstand zu erreichen.“

Das Wilde Moor südöstlich von Rendsburg hatte im 18. Jahrhundert zusammen mit den Mooren der Umgebung eine Größe von insgesamt mehr als 1200 Hektar und war damit eines der größten Hochmoore Schleswig-Holsteins. Die gesamte Landschaft wurde insbesondere im 20. Jahrhundert intensiv entwässert, um sie anschließend landwirtschaftlich nutzen zu können. In den zentralen Gebieten wurde Torf gestochen (siehe Text unten). Pfeifengras und Birken breiteten sich aus und verdrängten die für ein Hochmoor typischen Pflanzenarten wie zum Beispiel Wollgräser, Torfmoose oder Sonnentau. Damit verschwanden auch die an das Hochmoor gebundenen Tierarten.

In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Osterrönfeld – heute um 19 Uhr im Feuerwehrgerätehaus – wird Bürgermeister Bernd Sienknecht einen Sachstandsbericht über die Maßnahmen zur Wasserregulierung im Wilden Moor geben.


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erstellt am 16.Feb.2014 | 13:45 Uhr

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