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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 19:15 Uhr

Streit um Geld als Mordmotiv ?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Obduktion ergab: Einbetonierte Frauenleiche ist die vermisste Renate Hinrichsen (59) aus Büdelsdorf / Täter legte offenbar falsche Spur

Nun ist es traurige Gewissheit: Die seit Anfang April vermisste Renate Hinrichsen (59) aus Büdelsdorf ist ermordet worden. Das habe die Obduktion ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern mit. Nach Informationen der Landeszeitung wurde Renate Hinrichsen erwürgt.

„Wir gehen davon aus, dass ein langjähriger Bekannter die Tat begangen hat“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Polizisten hatten die Leiche der Büdelsdorferin am Mittwoch auf dem Grundstück von Maik F. (42) in Zepelin (Mecklenburg-Vorpommern) ausgegraben. Sie lag in 1,50 Meter Tiefe, übergossen mit Beton.

Das Motiv für den Mord war möglicherweise Streit um Geld. Beide seien kein festes Paar gewesen, erklärte ein Polizeisprecher. Allerdings soll die geschiedene Putzfrau dem Orthopädie-Mechaniker immer wieder Geld überwiesen haben. Das soll die Auswertung von Bankdaten ergeben haben.

Maik F., der lange Zeit in Fockbek lebte und bis 2010 für ein Rendsburger Unternehmen arbeitete, war Anfang 2013 nach Zepelin gezogen, um dort das Haus seiner Großeltern von Grund auf zu renovieren. Für den 2. April sollen Renate Hinrichsen und Maik F. ein Treffen in Büdelsdorf vereinbart haben. Ermittler halten es für möglich, dass die Putzfrau bereits dort ermordet worden ist und Maik F. die Leiche in seinem Opel Corsa danach über 222 Kilometer zu dem roten Holzhaus nach Zepelin gefahren hat. Dafür spricht, dass Nachbarn in Büdelsdorf berichten, Beamte der Spurensicherung hätten die Doppelhaushälfte von Renate Hinrichsen über Stunden untersucht. Um das Verschwinden seiner Bekannten als Oster-Kurzurlaub zu tarnen, könnte Maik F. dann auch ihr Auto nach Zepelin gefahren haben, wo es am vergangenen Freitag von der Kieler Mordkommission, die zu einer Hausdurchsuchung anrückte, in der Garage entdeckt wurde. Maik F. trafen die Beamten nicht an. Er erfuhr aber offenbar über seinen Rechtsanwalt, mit dem die Ermittler einen Erörterungstermin vereinbarten, von der Durchsuchung.

Kurz darauf fuhr Maik F. auf einer Landstraße bei Wismar mit seinem Opel ungebremst gegen einen Baum. Die gesamten Umstände deuten auf einen Selbstmord unter dem Druck der Ermittlungen hin. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten gestern aber erneut, die Untersuchung des Unfalls sei noch nicht abgeschlossen. Fakt ist: Der Opel von Maik F. brannte vollständig aus, weshalb die Spuren eines möglichen Leichentransports vernichtet sind. „Wir werden nicht mehr alle Details dieses Verbrechens aufklären können“, sagt ein Ermittler.

Nach dem Tod von Maik F. hatten Zeugenaussagen zu dem Hinweis geführt, dass der Orthopädie-Mechaniker nach dem 2.  April auf seinem Grundstück Erdarbeiten vorgenommen habe. Das traf zu. Zehn Meter hinter seinem Haus hat er Renate Hinrichsen vergraben. Oberstaatsanwältin Heß: „Hinweise auf weitere an der Tat beteiligte Personen gibt es derzeit nicht.“

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