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Rader Brücke : Streit über Hochbrücke eskaliert

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach Angriffen der CDU auf Wirtschaftsminister Meyer keilt die SPD zurück. Landrat Rolf-Oliver Schwemer mahnt zur Besonnenheit.

Die auf Kreisebene vielfach beschworene politische Einigkeit in Sachen Rader Hochbrücke ist dahin. SPD und CDU halten sich gegenseitig vor, den rechtzeitigen Bau einer Alternative für die marode Kanalquerung zu gefährden. Nachdem der verkehrspolitische Sprecher der Kreis-CDU, Tim Albrecht, vorgestern Wirtschaftsminister Reinhard Meyer Zeitverschwendung bei der Planung einer Ersatzbrücke vorgehalten hatte, keilte der Chef der SPD-Kreistagsfraktion, Kai Dolgner, gestern zurück, bezeichnete die CDU-Vorwürfe als „dreist“ und kritisierte, dass die Union nicht bereit sei die „optimale“ Schienen-Straße-Tunnellösung mitzutragen.

Vergangene Woche hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erklärt, dass eine Tunnellösung aus Zeit- und Kostengründen nicht in Frage käme. Dies wurde als Schlappe für Kiels Wirtschaftsminister Reinhard Meyer verstanden, der als Anhänger der Tunnel-Alternative gilt. Die „Traumschlösser der Landesregierung“ seien geplatzt, sagte dazu Tim Albrecht (wir berichteten). Statt sich auf eine Brückenlösung zu konzentrieren und bereits im Mai mit den Planungen zu beginnen, habe Meyer fast ein halbes Jahr weiterhin an der Prüfung einer Tunnellösung festgehalten.

SPD-Mann Dolgner kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Denn Wirtschaftsminister Meyer habe bei seinem Engagement für den Tunnel genau das berücksichtigt, was der Kreistag Rendsburg-Eckernförde – unter anderem mit der Stimme von Albrecht – beschlossen hat. Der Kreistag, so Dolgner, habe sich im März dafür ausgesprochen, dass im Zuge der Debatte über die Kanalquerung auch über einen Ersatz für die Eisenbahnhochbrücke nachgedacht werden muss: „Nun der Landesregierung vorzuwerfen, diese Forderung des eigenen Kreistags aufzunehmen, lässt sich bei einem durchaus intelligenten Kollegen nur damit erklären, dass ihm offensichtlich das Parteibuch des Landesverkehrsminister nicht passt.“ Nebenbei brüskiere Albrecht seinen Flensburger CDU-Kollegen Arne Rüstemeister, der mit seiner Initiative „Tunnel 2025“ klar für die Tunnellösung eingetreten sei, genauso wie der scheidende CDU-Landesvorsitzende Reimer Böge.

Dolgner bekräftigte für seine Fraktion, dass man eine kombinierte Straßen-Schienen-Querung weiterhin für eine optimale Lösung halte. „Sonst kippen wir der nächsten Generation die ungelösten Querungsprobleme im Rendsburger Raum vor die Füße – wie unsere Vorgänger. Dolgner: „Es wäre schön, wenn Herr Albrecht aufhören könnte, die bisher bestehende überparteiliche große Einigkeit weiter zu torpedieren.“ Der Sozialdemokrat rät seinem politischem Mitbewerber, „seine „überschäumende Energie gern bei seinem Unionskollegen Dobrindt einzusetzen, endlich genügend Planer für den Kanaltunnel einzustellen, so dass der Zweischichtbetrieb nicht nur graue Theorie bleibt.“

Landrat Rolf-Oliver Schwemer beobachtet den Streit zwischen SPD und CDU mit Sorge und ermahnt die Beteiligten zur Besonnenheit. „Um in Berlin etwas erreichen zu können, müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam auftreten“, sagte Schwemer gestern gegenüber der Landeszeitung. Er empfahl, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, um die Differenzen auszuräumen.

Die Zeit drängt. Am 10. November reist eine Delegation des Kreises nach Berlin, um dort mit Verkehrsstaatssekretät Enak Ferlemann zusammenzutreffen. In diesem Gespräch soll es nicht nur um den Kanaltunnel, sondern auch um die Rader Hochbrücke gehen.

 

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erstellt am 07.Okt.2014 | 18:06 Uhr

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