Warnstreik : Streik bei der Post: Heute bleiben die Briefkästen leer

Benno Albrecht von der Kommunikationsgewerkschaft DPV will sich für bessere Arbeitsbedingungen der Brief- und Paketzusteller einsetzen. Für heute hat er einen Protestmarsch vom Bahnhof zum Conventgarten organisiert.
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Benno Albrecht von der Kommunikationsgewerkschaft DPV will sich für bessere Arbeitsbedingungen der Brief- und Paketzusteller einsetzen. Für heute hat er einen Protestmarsch vom Bahnhof zum Conventgarten organisiert.

Kein Aprilscherz: Die Zusteller treten heute in den Ausstand. Rendsburg und das Umland sind betroffen.

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01. April 2015, 05:13 Uhr

Wer heute Pakete oder Briefe erwartet, wird sich wohl gedulden müssen. Denn die Kommunikationsgewerkschaft DPV hat die Zusteller der Deutschen Post zum Warnstreik aufgerufen. Mit einem Protestmarsch vom Bahnhof bis zum Hotel Conventgarten wollen die Mitarbeiter auf die hohe Arbeitsbelastung aufmerksam machen.

Gewerkschaftssekretär Benno Albrecht aus Büdelsdorf rechnet mit 40 bis 50 Teilnehmern, darunter auch die Zusteller aus Fockbek. Ab 7.30 Uhr legen sie ihre Arbeit für den ganzen Tag nieder. Grund für die Aktion: Viele fühlen sich überlastet, berichtet Albrecht. Die zu beliefernden Bezirke werden immer größer, die Arbeit ist in der vorgegebenen Zeit kaum noch zu schaffen, klagt der Gewerkschafter.

Zwar sinke die Zahl der Briefe, da die Menschen immer weniger schreiben, doch die Anzahl der Pakete und Werbesendungen nehme deutlich zu. Deshalb stellen die meisten Postmitarbeiter inzwischen beides zu – Briefe und Pakete. Hinzukommt, dass die Sendungen immer schwerer werden: Bis zu 31,5 Kilogramm kann ein Paket wiegen. „Das ist körperlich sehr anstrengend. Viele gehen bei der hohen Arbeitsbelastung auf dem Zahnfleisch. Im Alter von 50 Jahren sind sie kaputt.“

Am 31. Mai läuft der jetzige Tarifvertrag der Briefträger aus. Nach Angaben von Albrecht sei dieser mit Blick auf die Löhne vergleichsweise gut. Doch das soll sich bald ändern. Deshalb will die Gewerkschaft schon jetzt Druck machen. Weitere Forderungen im neuen Tarifvertrag: Die Wochenstunden sollen um eine halbe Stunde von 38,5 auf 38 reduziert werden. Für ältere Kollegen soll es einen Zeitzuschlag geben, und es werden grundsätzlich humanere Arbeitsbedingungen mit Blick auf Bezirksgröße und Arbeitszeit gefordert.

Rendsburg ist nur der Anfang einer Reihe von Warnstreiks im Norden. Der nächste werde vermutlich in Hamburg stattfinden, heißt es von Seiten der Gewerkschaft. Betroffen ist heute der gesamte Wirtschaftsraum Rendsburg, also auch die Umlandgemeinden Fockbek, Oster- und Westerrönfeld, Rickert, Borgstedt, Jevenstedt, Schacht-Audorf sowie die Stadt Büdelsdorf.

Insgesamt arbeiten nach Angaben von Benno Albrecht zirka 60 Zusteller in Rendsburg. Darunter seien rund zehn Beamte, die natürlich nicht streiken dürfen. Deshalb könnte die eine oder andere Oster-Postkarte doch noch im Briefkasten landen. Der Protestmarsch startet um 9 Uhr am Zustellstützpunkt am Bahnhof.

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