zur Navigation springen
Landeszeitung

22. August 2017 | 04:04 Uhr

Streik abgesagt – Busse fahren doch

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beschäftigte von T.H. Sievers wollten heute gegen europaweite Ausschreibung der Buslinien protestieren / Chef drohte mit Abmahnungen

Der für heute Morgen angekündigte Streik der Stadtbusfahrer wurde gestern abgesagt. Die Busse werden wie gewohnt sämtliche Linien bedienen. Dies teilte der Geschäftsführer der Firma T.H. Sievers Stadtverkehr, Hans-Peter Horn, mit. Am vergangenen Donnerstag hatten die 40 Fahrer während einer Betriebsversammlung beschlossen, heute von 5 bis 9 Uhr die Arbeit niederzulegen – aus Protest gegen die von der SPD-Kreisfraktion verlangte europaweite Ausschreibung des Stadtbusverkehrs. Die Beschäftigten fürchten um ihre Arbeitsplätze, falls ein anderes Unternehmen den Zuschlag bekommen sollte, ab dem Jahr 2017 die Linien in der Region Rendsburg zu übernehmen.

Wie Hans-Peter Horn gegenüber der Landeszeitung sagte, wäre der Streik rechtswidrig gewesen. Dies hätten seine Anwälte nach einer juristischen Prüfung der Sachlage festgestellt. Man habe mehrere Gespräche mit dem Betriebsrat geführt und auch die rechtliche Seite erörtert. Wäre die von der Belegschaft angekündigte Arbeitsniederlegung nicht abgewendet worden, „hätte ich sonst Abmahnungen schreiben müssen, und das will ich eigentlich nicht.“

Horn sagte, dass er die Beschäftigten ausdrücklich davor gewarnt habe, den Bogen zu überspannen, zumal man mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde weiterhin im Gespräch sei. „Ich habe den Mitarbeitern gesagt, dass noch nichts entschieden ist.“ Am Mittwoch wird sich der Regionalentwicklungsausschuss des Kreises mit der Frage beschäftigten, ob der Stadtbusverkehr europaweit ausgeschrieben werden soll oder eine Direktvergabe an die Firma Sievers möglich sei.

Der Geschäftsführer äußerte Verständnis dafür, dass die Mitarbeiter Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Doch ausgerechnet zum Schulauftakt zu streiken, hätte möglicherweise bei den Kunden für Unverständnis und Verärgerung geführt. „Das hätte gegen uns laufen können“, so Horn.

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer zeigte sich erfreut über den Sinneswandel der Sievers-Beschäftigten: „Ich begrüße das außerordentlich.“ Noch am Freitag habe er Hans-Peter Horn in einem Telefongespräch ans Herz gelegt, die Mitarbeiter zu einem Verzicht auf den Streik zu bewegen. „Ein Streik ist nicht das richtige Mittel, um eine Direktvergabe an Sievers zu erzwingen.“ Der Kreis unterhalte mit der Firma seit langem eine geschäftliche Beziehung. Und jeder sollte seinen Beitrag dazu leisten, „dass wir auch künftig zusammenarbeiten können.“ Schwemer betonte: Sollte sich der Regionalentwicklungsausschuss des Kreises für eine europaweite Ausschreibung entscheiden, werde man als Kreisverwaltung dafür Sorge tragen, dass mittelständige Unternehmen eine gute Chance auf eine erfolgreiche Beteiligung haben.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Aug.2014 | 14:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert