Torstrasse Rendsburg : Straßenklinker mit Qualitätsmängeln?

Die Sanierung der südlichen Torstraße wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Hier zeigen sich bisher am gelben Klinker nur vereinzelt Schäden.
Die Sanierung der südlichen Torstraße wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Hier zeigen sich bisher am gelben Klinker nur vereinzelt Schäden.

Kommunalpolitiker kritisieren Straßenschäden vor dem Altem Rathaus in Rendsburg. Die dort verwendeten gelben Steine sollen auch in der nördlichen Torstraße verlegt werden.

shz.de von
03. Juni 2014, 07:45 Uhr

Der gelbe Straßenklinker hat es den Stadtvätern angetan. Gleich mehrere Straßenabschnitte wurden in den vergangenen Jahren damit ausgestattet, demnächst soll die nördliche Torstraße folgen. Doch jetzt sind Zweifel an der Qualität des Steins laut geworden. Zu den Kritikern zählt Bauausschuss-Mitglied Axel Bornhöft (CDU). Er verweist auf den Zustand des gelben Klinkers vor dem Alten Rathaus. Dort ist gleich an mehreren Stellen die Oberfläche des Baumaterials zerbröselt.

An den Rändern der beschädigten Flächen bröselt es unterdessen munter weiter. Mindestens einen Reparaturversuch hat die Stadt bereits unternommen. Zwei Steine wurden herausgenommen und verfüllt. Bornhöft: „Da wurde Asphalt reingekippt.“ Seine Befürchtung ist, dass in der südlichen Torstraße ebenfalls Schäden auftreten werden. Tatsächlich gibt es hier bereits Kantenabbrüche, allerdings nur an so wenigen Stellen, dass man gezielt nach ihnen suchen muss. Keineswegs glücklich ist Bornhöft zudem mit dem Gesamteindruck der Straße. Offenbar gebe es bereits erste Absackungen: „Da ist doch schon jetzt eine Acht drin.“

Die Schäden sind auch anderen Politikern nicht verborgen geblieben. Klaus Schaffner von den Grünen, meist mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs, ergänzt Bornhöfts Kritik um einen weiteren Punkt: Der Klinker wird bei widrigen Witterungsbedingungen rutschig. Widrig bedeutet in diesem Fall: Bereits bei leichter Feuchtigkeit nimmt die Griffigkeit der Steine im Vergleich zu Betonsteinen oder Asphalt rapide ab.

Asphalt ist aus Sicht von Frank Thomsen, Chef der städtischen Bauverwaltung, jedoch kein altstadtgerechtes Gestaltungsmaterial, zumal sich eine Asphaltfläche nach Straßenaufbrüchen nicht nahtlos wieder flicken lässt. Er bricht stattdessen eine Lanze für den Hersteller des Klinkers in der südlichen Torstraße. „Weder im Gehweg- noch im Straßenbereich konnten Schäden festgestellt werden, die auf mangelnde Festigkeit der Steine zurückzuführen wären.“ Vereinzelt gebe es zwar kleine Abplatzungen an den Kanten, diese könnten jedoch im Einzelfall durch extreme punktuelle Belastungen entstanden sein, zum Beispiel durch Kranabstützungen ohne Unterlage.

Die Steine sind laut Bauamtschef besonders hart gebrannt, haben eine geringe Wasseraufnahme und trocknen schnell ab. Deshalb sei die Verlegung dieses Materials auch in der nördlichen Torstraße vorgesehen. Thomsen: „Damit ist eine gleichmäßige Farbgebung gewährleistet, die dem Stein im südlichen Abschnitt entspricht.“ Der Klinker sei bereits an den Rändern des Schlossplatzes verwendet worden, „und wird jetzt quasi um die Ecke geführt“.

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