Elektro-Fahrräder : Strampeln mit Strom ist im Trend

Hier fährt der Chef noch selbst: „Rosacker“-Inhaber Carsten Sommerfeldt zeigt ein Lastenrad mit E-Antrieb. Es kann für Ausflüge (mit Kindern) oder Transporte auch gemietet werden.
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Hier fährt der Chef noch selbst: „Rosacker“-Inhaber Carsten Sommerfeldt zeigt ein Lastenrad mit E-Antrieb. Es kann für Ausflüge (mit Kindern) oder Transporte auch gemietet werden.

Zahl der verkauften E-Bikes steigt weiter. Alternative zum klassischen Dienstwagen. Tipps vom ADFC zum Saisonstart.

shz.de von
16. April 2018, 11:28 Uhr

Büdelsdorf | „Der Winter ist vorbei, man hat wieder Lust auf Fahrrad fahren“, sagt Carsten Sommerfeldt. Seit die Temperaturen angestiegen sind, kommen zahlreiche Kunden in sein Fachgeschäft „Rosacker“ in Büdelsdorf, das er gemeinsam mit seiner Frau Martina Rosacker-Sommerfeldt betreibt. Viele wollen ihr Bike wieder fit für die Straße machen, nachdem es den Winter über im Schuppen stand. Andere wollen mit einem gänzlich neuen Untersatz in die Saison starten. Immer häufiger nachgefragt werden E-Bikes.

Etwa 20 Prozent der bei „Rosacker“ verkauften Drahtesel sind inzwischen elektrisch – Tendenz weiter steigend, berichtet Martina Rosacker-Sommerfeldt. Und die Kunden, die mit Strom strampeln wollen, werden immer jünger. Zahlreiche Arbeitnehmer befinden sich unter den Käufern, in Einzelfällen sogar Auszubildende.

Auch die 45-jährige Julia Daniel investiert in den eingebauten Rückenwind. Sie und ihr Mann haben ihren Fuhrpark auf ein Auto reduziert. Um zur Arbeit zu kommen, tritt die Westerrönfelderin nun in die Pedale. Weil sie als Schulbegleiterin teilweise eine sehr lange Anfahrt hat, ist sie auf die Schubkraft aus dem Akku angewiesen. Anfang des Jahres hatte sie sich zunächst ein gebrauchtes Elektrorad zugelegt. Jetzt kauft sie bei „Rosacker“ ein nagelneues. Das alte bekommt ihr Mann.

Neben den herkömmlichen Pedelecs sind auch elektrische Lastenräder im Trend. Mit ihnen können auch Kinder transportiert werden. Wer einen Fahrradausflug mit dem Nachwuchs machen will, kann bei „Rosacker“ ein Exemplar ausleihen. Denn der Elektroantrieb hat seinen Preis: Im Schnitt kostet ein Exemplar mit Motor rund 1500 Euro mehr als ein gleichwertiges Rad ohne. Viele Firmen unterstützen ihre Mitarbeiter deshalb bei der Anschaffung. Sie finanzieren das Leasen eines E-Bikes, ähnlich wie das eines Firmenwagens. Auch der Arbeitgeber von Petra Groth (51), die Brücke Rendsburg-Eckernförde, bietet das Dienstfahrrad an. Die Fockbekerin bewältigt ihren knapp fünf Kilometer langen Weg zum Job derzeit meist mit dem Auto. Das soll sich jetzt ändern.

Der Motor unterstützt bis zu Tempo 25. Gefährlich sei dies nicht, versichert Martina Rosacker-Sommerfeldt: Sobald man aufhört zu treten, schiebt auch der Eletroantrieb nicht mehr. Eine Akkuladung reicht für etwa 100 Kilometer. Ist das Kraftpaket leer, steckt man es an das Ladegerät. Knapp fünf Stunden später ist es wieder voll. Die Lebensdauer beträgt bis zu 100 000 Kilometer.

Auch in der Werkstatt von „Rosacker“ ist momentan viel los. Viele haben ihren Drahtesel im Winter nicht genutzt und wollen ihn wieder flott machen lassen. Die Wartezeit beträgt für Kunden derzeit drei Wochen. Akute Reparaturen werden gewöhnlich sofort erledigt.

Tipps vom Experten des Radfahrer-Clubs

Wer sich den Gang zur Werkstatt sparen und sein Rad selber wieder straßentauglich machen möchte, muss nach Angaben von Torben Frank, verkehrsrechtlicher Sprecher des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) Rendsburg, zunächst den Luftdruck prüfen. Dieser ist meist zu niedrig, wenn ein Rad über Monate gestanden hat. Der empfohlene Druck ist auf der Reifenflanke angegeben. Frank empfiehlt zudem, die Kette regelmäßig mit Schmiermittel zu versorgen. „Eine ungepflegte Kette macht den Antrieb schwergängig.“ Der Experte rät, das Rad anzuheben und zu schütteln: An Stellen, an denen es klappert, müssen die Schrauben nachgezogen werden. Weitere Tipps zur Fahrrad-Pflege auf der ADFC-Homepage: https://www.adfc.de/fahrradpflege/fahrrad-check.

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