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Straftaten: Die böse Seite von Halloween

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Randale und körperliche Gewalt von übermütigen Jugendlichen sorgen immer wieder für Ärger

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 13:07 Uhr

An Halloween werden Kinder und Jugendliche wieder durch die Straßen ziehen, an den Haustüren klingeln und mit der in der Regel gut gemeinten Drohung „Süßes oder Saures“ Bonbons und Schokolade einfordern. Allerdings überschreiten einige Geister, Hexen, Teufel und Vampire dabei die Grenze vom Scherz zur Straftat. Sie verschmutzen durch Eierwürfe die Fassaden, beschmieren Autos oder beschädigen Schlösser mit Sekundenkleber. Was viele nicht wissen: Für vorsätzlich verursachte Schäden an Halloween müssen Verbraucher meist selber haften. Die private Haftpflichtversicherung leiste in solchen Fällen in der Regel nicht, erklärt der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Bei versehentlichen Missgeschicken greift der Versicherungsschutz aber. Eltern sollten ihre Kinder deshalb über mögliche Risiken aufklären und darauf hinweisen, wo die Grenzen des Spaßes liegen.

Die Familienhaftpflicht-Versicherung sollte auch Beschädigungen einschließen, die durch deliktunfähige Kinder unter sieben Jahren verursacht werden (Kinderkulanz-Klausel). Eltern haben zwar eine Aufsichtspflicht und können daher für die Schäden ihrer Kinder haftbar gemacht werden. Allerdings weisen ihnen die Gerichte laut BVK nur selten nach, dass sie diese Pflicht verletzt haben. Aus rechtlicher Sicht gibt es daher keinen Schuldigen. Die Folge: Geschädigte müssen die Kosten selbst tragen.

Wie heftig es an Halloween mitunter zugeht , erfuhr vor zwei Jahren ein Lübecker Bürger am eignen Leib. Der 69-Jährige trug Prellungen und Hämatome im Gesicht davon, weil Jugendliche mit seiner Süßigkeitengabe nicht zufrieden waren und seinen Protest gegen das spätabendliche Klingeln (21.30 Uhr) unangebracht fanden. Ebenfalls in der der Travestadt bewarfen Kinder einen Busfahrer mit Eiern.

Gerade das Beschmutzen von Wänden mit Farbe oder Eiern sowie das Anzünden von Briefkästen – auch unter Zuhilfenahme von Silvesterkrachern – haben in der Regel ein juristisches Nachspiel. Wer einem anderen Prügel androht und „Vampir-Kollegen“ die Süßigkeiten wegnimmt, begeht juristisch betrachtet einen Raub. Und wer an den Türen anstatt Leckereien Bargeld fordert und mit Sachbeschädigung droht, erfüllt den Tatbestand der Erpressung.

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