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Beginn mit Hindernissen : Stotter-Start für Regionalbahn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Schülldorf steigen noch zu wenige Fahrgäste zu. Bahn ist pünktlicher geworden.

Die neue Regionalbahnlinie zwischen Rendsburg und Kiel hat ihr erstes Jahr nur mit deutlichen Startschwierigkeiten hinter sich gebracht. Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah-SH) spricht von Qualitätsmängeln auf der Strecke. Die seien weitgehend ausgeräumt – die Züge sind wieder pünktlich. Die Fahrgastzahlen zeigen Zuwächse. Im Hinblick die fünf neu eingerichteten Bahnhaltepunkte zwischen Rendsburg und Kiel fällt die Bilanz jedoch sehr unterschiedlich aus.

Im Januar 2015 ging die Regionalbahn 75 an den Start. Seitdem werden auch fünf kleinere Bahnhaltepunkte auf der Strecke zwischen Rendsburg und Kiel wieder bedient. In dem Jahr zählte der Nahverkehrsverbund 2050 Fahrgäste täglich auf dem Abschnitt – 16 Prozent mehr als 2014. In dieser Zahl sind jedoch auch alle Bahnfahrer berücksichtigt, die auf der Linie zwischen Kiel und Husum den Regionalexpress 74 nutzen. Eine deutlichere Sprache sprechen die Zahlen für die einzelnen Haltepunkte. Nah-SH hat erhoben, wie viele Menschen täglich ein- und aussteigen. Demnach hängt vor allem Schülldorf noch weiter hinter den Erwartungen zurück. 2015 haben den Haltepunkt täglich 109 Fahrgäste genutzt. Nah-SH war bei der Planung des Angebots jedoch von 200 bis 220 ausgegangen. In Bredenbek sieht es besser aus. Dort liegen die Ein- und Ausstiege mit 101 pro Tag näher am Planwert, den die Verkehrsexperten mit 120 bis 150 angegeben hatten. Das Angebot wurde zum Anfang des Jahres 2015 jedoch besser angenommen: In den ersten drei Monaten nach Start zählte Nah-SH 116 Nutzer täglich. Achterwehr hingegen übertrifft mit 88 die Erwartungen um acht Ein- und Ausstiege. Dass die Zahlen zum Teil noch weit von der Nah-SH-Kalkulation abweichen, begründet Sprecher Dennis Fiedel: „Wir hatten ein Jahr mit vielen Pünktlichkeitsproblemen auf dieser Linie. Wir müssen deutlich sagen, dass die Qualität nicht gestimmt hat.“ Zudem habe der Bahnstreik viele Fahrgäste im ersten Quartal 2015 gekostet. Ein neues Bahnangebot brauche jedoch Zeit, um sich bei potenziellen Nutzern durchzusetzen. Das Mobilitätsverhalten von Menschen ändere sich nur langsam. „Wir können erst ab dem zweiten und dritten Jahr erkennen, ob es funktioniert“, so Fiedel. „Wir gehen von einer positiven Entwicklung im Lauf dieses Jahres aus.“ Fiedel wies aber auch darauf hin, dass sich die Zahlen in dieser Zeit deutlicher den Planwerten annähern müssen.

Insbesondere an der Pünktlichkeit der Züge ist in den vergangenen Monaten gearbeitet worden. Das war auch bitter nötig, denn wie jetzt bekannt wurde, hinkte damals ein Viertel der Züge dem Fahrplan hinterher. Im Januar dieses Jahres erreichten fast 96 Prozent der Züge rechtzeitig ihr Ziel. Das habe die Bahn erreicht, indem sie Verknüpfungen mit anderen Zügen aufgehoben hat – zum Beispiel mit dem Regionalexpress 72. Der kommt aus Flensburg nach Kiel. Vor dem Fahrplanwechsel im Dezember fuhr er dann als Regionalbahn 75 weiter nach Rendsburg. Auf diese Weise übertrugen sich Verspätungen leicht auf die weiterführende Strecke. Das kann nun nicht mehr passieren.

Zudem hält die Regionalbahn 75 nicht mehr zwangsläufig in Achterwehr und Kiel-Russee, sondern nur noch, wenn auch wirklich jemand aus- oder einsteigen möchte. Durch diese Bedarfshaltepunkte können die Züge laut Dennis Fiedel häufig ein bisschen Zeit sparen. Wer aussteigen möchte, muss einen Schalter im Zug betätigen. Wer einsteigen möchte, muss auf dem Bahnsteig zu sehen sein. Dann stoppt der Lokführer den Zug.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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