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Landeszeitung

22. August 2017 | 11:39 Uhr

Storyville-Band ist wieder komplett

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zwei neue Mitglieder bereichern die Rendsburger Jazz-Legende / Neustart in der Nordmarkhalle

Vom Dezember 1978 bis Februar 2015 hat die Storyville Jazzband mit Bandleader Hans Zelewski weit über die Grenzen Rendsburgs hinaus Jazz-Geschichte geschrieben. Mehr als ein Jahr nach seinem Tod formierte sich die Band neu mit Uli Falk (Posaune), Rüdiger Flentge (Banjo), Hartwig Lenz (Tuba), Klicky Nielsen (Klarinette, Tenorsaxofon), Klaus-Dieter-Schwantes (Schlagzeug) und Michael Weiss (Trompete). Wer diese Formation am Freitagabend hörte, konnte kaum glauben, dass Uli Falk und Michael Weiss erst seit wenigen Monaten mit dem Rest der Band zusammenspielen. 38 Jahre Teamgeist der Ur-Storyviller verbandenim Galerielokal der Nordmarkhalle auf perfekte Weise mit den beiden Neulingen. Kein Wunder: Verfügen sie doch über langjährige Erfahrungen in verschiedenen Bands.

Beide ergänzen stilsicher die Ur-Storyviller. Doch „leider“ war das Wetter wohl zu schön, um ein „Indoor“-Jazzkonzert zu genießen, weshalb nur das Stammpublikum gekommen war. In der halbdunklen Atmosphäre des Galerielokals konnte man dafür die Außenwelt samt hochsommerlichen Temperaturen schon während des Soundchecks vergessen. Mit hellem, knackig klarem Trompetenklang von Michael Weiß sowie Uli Falk an der Posaune und auch singend öffnete die neue Storyville Jazzband das Fenster für einen optimistischen Blick in die Zukunft. Traditionell dem Bläser-dominierten „New Orleans-Stil“ nahe – mit Hartwig Lenz an der mächtigen Tuba, stoisch stabil und einfallsreich spielend –, war schon nach wenigen Minuten klar: Die „Hausband“ des Storyville Jazzclub Rendsburg setzte mit frischer Kraft den mit Hans Zelewski begonnenen Weg fort. „Let the good times roll“ – seit 38 Jahren das Motto der Band, wurde wieder mit frischem Leben gefüllt. Damit hat die Band mit viel Spaß am Spielen, Können bei der Improvisation sowie mit wortloser Verständigung untereinander auf Anhieb einen Beweis ihrer besonderen Qualität geliefert.

Auffallend: Die Doppel-Improvisationstechniken der beiden Neuen (Trompete und Posaune) mit dem Hang zur kontrollierten Ekstase. Frech, frisch, fröhlich, frei musiziert, mit Mut zum Wagnis – das aber keines war, weil beide ihre Instrumente und die Musik bis ins Feinste beherrschten. Auch beim ersten großen gemeinsamen Auftritt spielten die Sechs so, als hätten sie Jahre davor nichts anderes getan. Schade nur, dass der Redebedarf des Publikums sich weder von Ansagen noch von der Musik auf die Zeit vor dem Konzert oder die Pausen zwischen den Stücken kanalisieren ließ. So blieb die Qualität von großen Teilen des Publikums unentdeckt. Zum Glück ließen sich die Musiker davon kaum beeinflussen. Sie spielten munter drauflos – auch ein Zeichen professioneller Qualität.

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erstellt am 05.Jun.2016 | 15:09 Uhr

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