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Tenor trifft Travestie : Stimmungsvolle Songs und schlüpfrige Sprüche

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ivonne trägt herrlichen Flitter und geizt nicht mit Sprüchen, die unter die Gürtellinie zielen. Kai Mohr singt Arien und Volksweisen. Die ungewöhnliche Kombination sorgte in Kühls Gasthof für einen großartigen und unterhaltsamen Abend.

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erstellt am 09.Feb.2014 | 19:39 Uhr

Am Anfang stand eine verrückte Idee. Als sich zwei ganz unterschiedliche schleswig-holsteinische Künstler im vergangenen Sommer trafen, beschlossen sie aus einer lockeren Laune heraus einen gemeinsamen Auftritt. Jeder sollte dabei bieten, was er am besten kann. Inzwischen ist „Tenor trifft Travestie“ zu einem Erfolgsprogramm geworden, das auch im ausverkauften Kühls Gasthof für Stimmung sorgte.

„Ivonne aus Schleswig-Holstein“ ist in der Region bekannt. Der Travestie-Künstler Stefan Ehlers schlüpft seit mehr als 23 Jahren in die Kleider und Rolle der schönen Frau. Die Requisiten dafür lagern auf dem Dachboden seines Osterrönfelder Einfamilienhauses.

Es war also ein Heimspiel für ihn. Dennoch informierte Ivonne ihr bunt gemischtes Publikum vorsichtshalber, dass ihre Sprüche nicht bös gemeint sind. Aber schließlich gilt: Je schlüpfriger, desto lauter die Lacher.

Vergnüglich, aber meist seriös präsentierte sich dagegen Kai Mohr. Der Tenor aus Reher im Kreis Steinburg hatte eine abwechslungsreiche Lieder-Palette zusammengestellt. „Ein, zwei Arien gehören auch dazu. Da müssen Sie jetzt durch“, wurden die Gäste gleich zu Beginn vorgewarnt. Es war aber gar nicht schlimm, eher ergreifend – zum Beispiel sein Beitrag aus „Tosca“. Dann sang Mohr neapolitanische Weisen und die Zuhörer durften raten, welche Lieder darauf bei Elvis geworden waren. Und bei einer Kostprobe jenes Stückes, das der Tenor bei Hochzeiten singt, herrschte andächtige Stille im Saal.

Die Mischung kam also an. Lachtränen, lockere Sprüche und Lieder aus den unterschiedlichen Genres – das waren die Zutaten für einen rundum unterhaltsamen Abend. Und wenn Ivonne wieder in einer neuen Glitzerrobe auf die Bühne trat, ging ein Raunen durch die weiblichen Besucherränge. So kommentierte dann ein Zuschauer – polititsch nicht ganz korrekt, aber zur Erheiterung der Tischnachbarn: „Ist wie beim Kochen. Viele Frauen stehen am Herd, aber die Spitzenleistungen werden von Männern erbracht“.

Gute zwei Stunden lang hielt das ungleiche Paar durch, obwohl Ivonne erkältet war und die Stimme darunter gelitten hatte. Aber erst nach mehreren Zugaben – darunter eine hervorragende Satchmo-Imitation von Kai Mohr – ließen die Gäste den Tenor und den Travestie-Künstler von der Bühne gehen.

 

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