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Mißbrauch : Stieftochter missbraucht – Prozess

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein 38-jähriger Familienvater aus dem Raum Rendsburg hat gestern vor dem Kieler Landgericht den sexuellen Missbrauch seiner noch minderjährigen Stieftochter gestanden.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Ein 38-jähriger Familienvater aus dem Raum Rendsburg hat gestern vor dem Kieler Landgericht den sexuellen Missbrauch seiner noch minderjährigen Stieftochter gestanden. Zu Prozessbeginn bestritt der Mann allerdings Kindesmissbrauch, abartige Sexpraktiken und Gewalt. Der Sex sei einvernehmlich gewesen, sagte er. Die heute 19-jährige Frau belastete den Angeklagten unter Tränen.

Sie schilderte ihn als gewalttätig, wenn sie ihm nicht zu Willen war. Zum ersten Übergriff sei es bereits gekommen, als sie sechs Jahre alt war: Da musste sie ihm und der Mutter beim Sex zusehen. Die junge Frau zeigte ihren Stiefvater im Mai 2011 an. Sie ist Nebenklägerin in dem Verfahren und macht eine Therapie.

Laut Anklage kam es bis 2011 immer wieder zu Übergriffen. Die Staatsanwältin beschrieb insgesamt 17 Fälle, darunter eine Vergewaltigung. Ihr Stiefvater habe sie immer wieder bedroht und geschlagen, schilderte die junge Frau weinend. „Er wollte mich für sich haben“, sagte sie. Ihren Widerstand und körperliche Schmerzen habe er fast immer ignoriert. Mindestens einmal soll die Mutter, im selben Bett liegend, Zeugin eines Übergriffs geworden sein. Die Frau hat mit dem Mann mehrere gemeinsame Kinder und sich inzwischen scheiden lassen.

Die Tochter beschrieb die Familienverhältnisse als desolat. Ihr Stiefvater sei spielsüchtig gewesen, gewalttätig und krank vor Eifersucht. Er habe auch die schwangere Mutter schwer misshandelt. Ihr selbst habe er oft gedroht, ihren kleineren Geschwistern etwas anzutun, wenn sie nicht gefügig sei.

Der Angeklagte gestand Sex mit der Stieftochter erst ab 2010. Da war sie über 14 Jahre alt und im Sinne des Gesetzes kein Kind mehr.

Die Anklage lautet dabei auf Missbrauch von Schutzbefohlenen. Er soll dabei das Abhängigkeitsverhältnis ausgenutzt haben. Alles sei einvernehmlich geschehen, sagte er. „Ich war verliebt in sie. Meine Frau war mir egal.“

Der Mann stammt selbst aus zerrütteten Familienverhältnissen, wie er schilderte. Bei einer Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft. Drei weitere Verhandlungstage sind geplant. Mit dem Urteil wird im Oktober gerechnet.

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