Protest : Sternfahrt für bessere Fahrradwege

Zeigten Präsenz auf der Tangente: Etwa 160 Radfahrer umrundeten die Altstadt, auf dem Foto in Höhe der Stadtseebrücke.
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Zeigten Präsenz auf der Tangente: Etwa 160 Radfahrer umrundeten die Altstadt, auf dem Foto in Höhe der Stadtseebrücke.

Unzufrieden mit Infrastruktur für Drahtesel: 160 Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen demonstrieren in Rendsburg.

shz.de von
04. Juni 2018, 09:16 Uhr

Rendsburg | Am gestrigen „Europäischen Tag des Fahrrads“ setzten 160 Menschen aus der Region Rendsburg ein Zeichen. Um ihren Forderungen nach besseren Radwegen sowie mehr Sicherheit und Akzeptanz auf den Straßen Nachdruck zu verleihen, organisierten Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eine Sternfahrt nach Rendsburg. Die Teilnehmer umrundeten viermal auf dem Tangentenring die Altstadt, bevor sie sich zu einer Kundgebung auf dem Schiffbrückenplatz versammelten.

Nach drei Runden war für Johannes und Verena Lachenmeier sowie ihre Kinder Martha (6) und Franz (4) Schluss. Dann gab es für die Familie und ihre kleine Mitfahrerin Klara erst einmal ein Eis. „Wir wollen einfach im Stadtverkehr genügend Platz haben, wir brauchen neue und breitere Radwege“, forderte Johannes Lachenmeier. Mit seinem Lastenfahrrad, in dem er seinen Sohn oft mitnimmt, könne er viele Radwege nicht befahren. Rendsburg sei eine Stadt der kurzen Wege, ideal zur Fortbewegung per Drahtesel. Zudem gehe man dadurch der Parkplatzsuche aus dem Weg. Seine Frau Verena bemängelte die fehlende Akzeptanz durch Autofahrer. Sie würde lieber häufiger auf den Straßen fahren, vermisst aber die Rücksichtnahme der motorisierten Verkehrsteilnehmer. „Und die Radwege sind so alt und holprig, dass ich häufig Umwege in Kauf nehmen muss. Rendsburg ist halt eine Autofahrerstadt“.

Bei der Abschlusskundgebung stellte Bodo Schnoor vom ADFC Rendsburg fest, dass es viel schöner sei, auf glattem Asphalt als auf schlechten Radwegen zu fahren. Auch aus Umweltschutzgründen sollten Strecken unter sieben Kilometern in Städten nach Ansicht des ADFC mit dem Rad zurückgelegt werden. „Es muss etwas dafür getan werden, dass diese Fahrten angenehm und sicher sind“, forderte Schnoor. Auch weil die Zahl der E-Bike-Fahrer ständig zunehme, müssten die Radwege ausgebaut werden. Viel Applaus bekam Schnoor für seine Forderung, die Fahrradstation am Bahnhof endlich zu bauen. Und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt rief er auf, die Aufzüge am Fußgängertunnel so zu sanieren, dass es nicht dauernd zu Ausfällen kommt.

Die Radfahrer wurden von zwei Polizeiwagen an der Spitze und am Ende der Gruppe begleitet. Einige Teilnehmer kritisierten, dass sich Busse des Stadtverkehrs durch den Fahrradkonvoi gedrängt hätten, um auf die Spur in Richtung Busbahnhof zu gelangen. „Das muss wohl ziemlich haarig gewesen sein“, sagte Schnoor. Aber er zeigte sich „ganz zufrieden“ mit der Zahl der Teilnehmer und freute sich, dass auch Rendsburger und Büdelsdorfer Stadtvertreter mitgefahren waren.

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