Foto des Bundespräsidenten : Steinmeier ist noch nicht lieferbar

Demnächst im Ratssaal: Das Porträt von Frank-Walter Steinmeier ist bestellt.
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Demnächst im Ratssaal: Das Porträt von Frank-Walter Steinmeier ist bestellt.

Die Stadt Rendsburg muss vorerst ohne das offizielle Porträtfoto des neuen Bundespräsidenten auskommen. Es ist erst im April verfügbar.

shz.de von
25. März 2017, 06:00 Uhr

Rendsburg | Er hat alle und alles im Blick. Die Kronleuchter sieht er schräg von oben, der Stadtpräsidentin dicht vor ihm könnte er glatt in die Unterlagen gucken. Der Bundespräsident ist als stiller Gast stets dabei, wenn die Ratsversammlung und anderen politischen Gremien im Ratssaal tagen. Bis vor wenigen Tagen hing das gerahmte Porträt von Joachim Gauck an der Wand, die dem Altstädter Markt am nächsten ist. Mit seinem Auszug aus dem Schloss Bellevue wurde das Bild zu Wochenbeginn abgehängt. Jetzt ist der Platz frei.

Schuld ist ein logistisches Problem. Frank-Walter Steinmeier ist noch nicht lieferbar. Das offizielle Foto aus der Bundesbildstelle in Berlin lässt auf sich warten. Die erste Ratsversammlung des Jahres am kommenden Donnerstag wird notgedrungen ohne das Staatsoberhaupt auskommen müssen.

Bei ihr ist Joachim Gauck in sicheren Händen: Stadtarchiv-Leiterin Dr. Dagmar Hemmie mit dem Bild des Ex-Bundespräsidenten.
Frank Höfer
Bei ihr ist Joachim Gauck in sicheren Händen: Stadtarchiv-Leiterin Dr. Dagmar Hemmie mit dem Bild des Ex-Bundespräsidenten.
 

„Das offizielle Porträtbild von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist momentan in Vorbereitung“, teilte das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung auf Anfrage der Landeszeitung mit. „Nach jetzigem Stand könnte im Laufe der nächsten Woche die Datei im Bildarchiv eingehen.“ Die Produktion der Druckexemplare für die Verteilung werde dann noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Auslieferung sei für April vorgesehen.

Die Bundesbildstelle in der Hauptstadt versorgt mehrere hundert Rathäuser, Gerichte, Polizeistationen, Bildungseinrichtungen und andere öffentliche Gebäude in ganz Deutschland mit dem amtlichen Konterfei des höchsten Würdenträgers im Staat. In Rendsburg ist es Tradition, den ehrwürdigen Ratssaal mit der Fotografie zu schmücken. Eine Verpflichtung gibt es nicht. Auch wird das Bild nicht automatisch geliefert. Die Stadtverwaltung muss sich selbst darum bemühen.

Als sicher war, dass Frank-Walter Steinmeier das Amt von Joachim Gauck übernehmen würde, ging die Bestellung an die Bundesbildstelle umgehend raus. Jetzt ist Geduld gefragt. Das Foto kommt mit der Post – ohne alles. Den Rahmen muss die Stadtverwaltung selbst kaufen. Um Kosten zu sparen, wird in Rendsburg die alte Einfassung wiederverwendet. Der Bundespräsident a. D. ist unterdessen ein Fall für Dr. Dagmar Hemmie. Die Leiterin des Stadtarchivs wird das etwa 30 mal 40 Zentimeter große Porträt von Joachim Gauck bald vorsichtig hinter dem Glas hervorholen und dann fachgerecht in einem der Regale im obersten Stockwerk des Neuen Rathauses verstauen. Eine hochwertige Mappe liegt schon bereit. „Das Foto ist zwar keine Rendsburgensie“, sagte die Hüterin des Stadtgedächtnisses, „aber ich bin geehrt, es hier verwahren zu dürfen“.

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