zur Navigation springen

Neu Duvenstedt : Stein von der Autobahnbrücke gehängt: Hinterlistige Falle auf der A7

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Sattelzug kracht mit dem Führerhaus gegen einen Stein. Es war nicht der erste Vorfall an der Brücke.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 18:00 Uhr

Neu Duvenstedt | Obwohl er Opfer einer hinterlistigen Falle geworden war, ist ein Lastwagen-Fahrer auf der Autobahn 7 offenbar noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten unbekannte Täter in der Nacht zu vergangenem Freitag einen Stein an einem Seil von einer Brücke in Neu Duvenstedt über der Fahrbahn hängen lassen. Der Sattelzug krachte mit dem Führerhaus dagegen. Die Polizei sucht Zeugen..

Dass der Fahrer bei der Tat in der vergangenen Woche verletzt wurde, ist unwahrscheinlich, denn laut Mitteilung der Polizei hielt er zwar einige hundert Meter hinter der Brücke auf dem Standstreifen an, setzte seine Fahrt jedoch kurz darauf fort. Polizisten des Autobahnreviers Nord waren bereits vor Ort. Der Lastwagen fuhr weiter, bevor die Beamten mit dem Fahrer sprechen konnten. Ihnen war der an der Brücke hängende Stein von einem anderen Verkehrsteilnehmer gegen Mitternacht gemeldet worden. Der Findling hatte eine Größe von rund 20 Zentimetern im Durchmesser. „Die Beamten stellten vor Ort fest, dass der Stein über der Fahrbahn in Richtung Norden hing“, teilte Christian Kartheus von der Polizeidirektion Flensburg am Montag mit. Bevor sie ihn entfernen konnten, raste der Sattelzug jedoch dagegen.

„Wir gehen davon aus, dass der Täter das Seil mit dem Stein erst kurz vor Mitternacht an das Brückengeländer geknotet hat“, so Kartheus auf Zeitungsnachfrage. Wenn die Falle schon länger dort gehangen hätte, wäre ihm zufolge mit Sicherheit bereits früher ein Notruf bei der Leitstelle eingegangen. Wo genau das Seil über den beiden Fahrstreifen befestigt wurde, wollte Kartheus aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Auch welche Länge es hatte, verriet er nicht. Nur so viel: Für Autos oder Motorräder hing der Stein zu hoch, sie waren nicht in Gefahr. Hatte es der Täter gezielt auf Lastwagen oder gar Busse abgesehen? „Wir wissen nicht, weshalb diese Höhe gewählt wurde. Darüber stellen wir keine Mutmaßungen an“, so der Polizeisprecher.

Der Tatort befindet sich etwa auf der Hälfte der schmalen Straße „Am Hang“, die Neu Duvenstedt und Alt Duvenstedt verbindet. Nur einige Häuser liegen an dem in der Nacht unbeleuchteten Weg, der auf Alt Duvenstedter Gebiet auch über eine Zufahrt zum Rasthof Hüttener Berge verfügt, und über den sich auf der anderen Seite schnell die B203 erreichen lässt.

Ein ähnlicher Fall hat sich am 19. Februar 2016 an der gleichen Brücke zugetragen. Ein Unbekannter warf um 14.35 Uhr einen etwa 1,5 Kilogramm schweren Stein auf die Fahrbahn, die Richtung Norden führt. Damals traf er das Auto einer 22-jährigen Frau. Sie konnte einen Unfall vermeiden und blieb unverletzt. Das Wurfgeschoss hinterließ mehrere tiefe Dellen auf dem Dach – genau auf der Fahrerseite. Die Kriminalpolizei Rendsburg übernahm damals die Ermittlungen und suchte nach Zeugen. Die Beamten blieben bis heute erfolglos. „Wir haben nichts ermitteln können“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Neumünster, Rainer Wetzel, gestern auf Nachfrage.

Im aktuellen Fall sucht die Polizei nicht nur Hinweisgeber, sondern auch den Fahrer des Sattelzugs. Er sei ein wichtiger Zeuge und darüber hinaus der Geschädigte einer Straftat. Laut Christian Kartheus wird wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Das Strafgesetzbuch sieht dafür Freiheitsstrafen zwischen einem und zehn Jahren vor. Die Beamten bitten den Lastwagenfahrer sowie andere Zeugen, sich mit dem Polizeiautobahn- und Bezirksrevier Nord in Schuby unter Tel. 04621/94520 in Verbindung zu setzen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen