Nachfolger gesucht : Steht die „Schoolkat“ vor dem Aus?

Gibt nach zehn Jahren seinen Posten ab: Hartmut Lemke in der „Schoolkat“.borrmann
Gibt nach zehn Jahren seinen Posten ab: Hartmut Lemke in der „Schoolkat“.borrmann

Das Langwedeler Museum sucht einen neuen Vorsitzenden. Nach zehn Jahren gibt Hartmut Lemke seinen Posten ab. Da bislang kein Nachfolger gefunden wurde, ist die Auflösung des Vereins nicht ausgeschlossen.

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06. Januar 2015, 06:00 Uhr

Das Fragezeichen sei immer noch da, berichtet Hartmut Lemke, Vorsitzender des Museums- und Kulturvereins Langwedel. Denn das Problem, einen Nachfolger für den „Chefposten“ zu finden, ist bislang noch immer nicht gelöst. Und die Jahresversammlung Ende Februar, bei der auch die Wahlen stattfinden, rückt immer näher.

„Über die Zeit haben wir gemerkt, dass wir im Prinzip zwei Vereine sind“, erklärt Lemke, „zum einen der Museumsverein und zum anderen der Kulturverein.“ Deshalb wolle man die Aufgabenbereiche nun weiter voneinander trennen, die Arbeit umstrukturieren. Der Museumsverein laufe gut. Die Mitgliederzahl von rund 50 sei konstant. Zwar werden weniger Objekte dem Verein angeboten, dafür aber hochwertigere, berichtet Lemke. „Nur die kulturelle Seite ist leider tot“, berichtet der Vorsitzende weiter. Deshalb gab es im vergangenen Jahr auch keine Veranstaltungen mehr. „Das ist frustrierend. Die eine Seite ist belebt und die andere nicht.“

Einen Grund dafür, sieht Lemke darin, dass die Stammbesucher immer mehr fern bleiben. Einige versterben, die anderen wollen abends nicht mehr das Haus verlassen. „Vielleicht sollte man Richtung Nachmittagveranstaltung gehen“, überlegt Lemke. Zudem sei das kulturelle Angebot in der Region hoch. „Als wir vor 15 Jahren mit Lesungen angefangen haben, gab es das noch nicht so verbreitet“, so der Langwedeler weiter, „heute wird das vermehrt angeboten und die Leute bleiben lieber in ihrer Gemeinde.“ Auch die vielen Neu-Langwedeler, vor allem junge Familien, könnten mit dem derzeitigen Angebot des Museums nicht viel anfangen. „Dabei haben wir eigentlich ein breites Spektrum angeboten: Von Lesungen über Musik bis hin zu Plattdeutschen-Sachen“, resümiert der Vorsitzende. Durch die sinkenden Besucher, sinken auch die Einnahmen des Vereins, der sich derzeit fast ausschließlich aus Spendengeldern finanziert. „Die Einnahmen fallen weg, aber die Referenten werden teuer. Das ist ein Problem“, fasst es Lemke zusammen. „Im Prinzip können wir uns das gar nicht mehr leisten.“

Viele Gespräche seien geführt worden, so dass der Verein zur Jahresversammlung einen neuen Schatzmeister, Schriftführer sowie Beisitzer neu besetzen kann. Nur der Vorsitzende fehlt. Nach zehn Jahren an der Front, steht Hartmut Lemke nicht noch einmal zur Verfügung. Den Museumsbetrieb übernehmen er und zwei Mitstreiter jedoch weiter. „Der Vorsitzende müsste also im Prinzip primär repräsentative und überwachende Aufgaben übernehmen.“ Die Hilfe im Dorf sei groß, „aber Verantwortung möchte dennoch keiner übernehmen“, bedauert Lemke. „Wenn wir keinen Nachfolger finden, dann findet im März eine außerordentliche Versammlung statt und dann müssen wir den Verein auflösen.“ Die Geschäfte würden dann komplett in die Hände der Gemeinde übergehen. „Dann setzen wir die Flaggen auf Halbmast“, so Lemke. Bis zur Jahresversammlung (voraussichtlich am 23. Februar) wolle er aber noch nicht aufgeben. „Schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt.“

Wer sich die Arbeit als Vorsitzender des Museumsvereins vorstellen kann oder in der Kulturabteilung tätig werden möchte, kann sich an Hartmut Lemke, Telefon 0  43  29/566, wenden.

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