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Wirtschaft : Startup-Unternehmen im Kinderzimmer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Anton Kiebert gestaltet Uhren. Nach seinem Studienabschluss will er mit „Anchorsen“ im Norden durchstarten.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2017 | 11:50 Uhr

Eigentlich wollte er Zahntechniker werden. Heute designt Anton Kiebert Uhren. Als Lager dient im Moment noch sein altes Kinderzimmer in einem ruhigen Kropper Wohngebiet. Die ersten Kartons stapeln sich bereits vor der Heizung und das Klingelschild an der Haustür stimmt auch schon. Aktuell agiert der junge Unternehmer noch aus Berlin, doch nach dem Abschluss seiner Masterarbeit möchte er zurück in die Heimat ziehen. Seit Februar verkauft der 30-Jährige seine eigenen Kreationen über einen Online-Shop in die ganze Welt. „Die meisten Uhren bleiben im Norden“, so Kiebert. „Wir haben aber auch schon einige ins nicht-europäische Ausland wie zum Beispiel nach Singapur oder Australien verschickt.“

Ein kleines Boot. Zwei Segel, ein angedeuteter Rumpf. Darunter ziert der Namenszug „Anchorsen“ das Ziffernblatt. Das Logo designte der Kropper gemeinsam mit seiner Freundin. „Wir wollen mit dem Boot ein wenig Fernweh vermitteln“, erklärt Kiebert. „Es geht im Leben nicht nur darum, von morgens bis abends zu arbeiten. Es gehört viel mehr dazu.“ Der junge Unternehmer reiste selbst um die Welt. Er besuchte Skandinavien und das Silicon Valley in den USA. Er warf einen Blick hinter die Kulissen bei Google und Facebook. Beeindruckt haben ihn aber vor allem die kleinen Firmen auf der anderen Seite des Atlantiks. „Die Atmosphäre bei den Unternehmen in den Vereinigten Staaten hat Mut gemacht“, so der 30-Jährige. „Man bekam das Gefühl, dass man alles schaffen kann, wenn man nur hart genug arbeitet.“

Die ersten groben Skizzen für die Uhren selbst stammen ebenfalls aus Kieberts Feder. Für die technische Zeichnung holte er sich Hilfe bei einem bekannten Maschinenbauer. „Heutzutage muss man kein Uhrmacher mehr sein, um Uhren herzustellen“, sagt Kiebert.„Ein Designentwurf reicht, um die Uhren dann in Zusammenarbeit mit Experten zu entwickeln und herstellen zu lassen.“ Knapp vier Monate tüftelte das Team an dem Design der Zeitanzeiger herum, bis alles passte.

Hergestellt werden die unterschiedlichen Komponenten in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Experten. „Die Eltern meiner Freundin haben eine Schneiderei“, erklärt Kiebert. „Dort werden die Lederarmbänder hergestellt und auch die kleinen Stoffsäckchen, in denen wir die Uhren verschicken.“ Das junge Unternehmen entschied sich bewusst gegen Plastikverpackungen, um nachhaltiger zu sein. Nur die Uhrenwerke kommen nicht aus Deutschland– sie werden in der Schweiz hergestellt. Genauso wichtig wie das Uhrendesign war für die junge Firma der Markenname. Angemeldet ist die Marke „Anchorsen“ samt des Segelbötchens bereits europaweit. Bis einschließlich morgen könnten bereits registrierte Unternehmen noch Widerspruch gegen das Logo oder die Bezeichnung einlegen, zum Beispiel, wenn das Design zu sehr dem ihren ähnelt. „Am Dienstag endet die Widerspruchsfrist gegen unsere EU-Markenanmeldung, und wir sind ab dann geschützt“, erklärt Anton Kiebert.

Für die Zukunft hat der junge Unternehmer eine Unmenge an Ideen. So überlegt der 30-Jährige bereits, wie man ein passendes Armband designen oder wie beispielsweise ein Anchorsen-Pullover aussehen könnte.

> Weitere Informationen unter www.anchorsen.com.

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