zur Navigation springen

Handball-Oberliga : Start in eine ungewisse Saison

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die neu formierte HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen II peilt den Klassenerhalt an. Heute starten die Handballerinnen in der Geestlandhalle gegen Ellerbek.

Was kann man von der HG OKT II in der heute beginnenden Saison in der Handball-Oberliga der Frauen erwarten? Die Frage stellen sich nicht nur die Konkurrenten, auch HG-Trainer Detlev Sieper und seine Spielerinnen wissen nicht, was die kommenden acht Monate bringen werden.

„Das wird eine Reise ins Ungewisse“, sagt der Coach mit Blick auf die schwierige Vorbereitungsphase. Denn bis vor drei Wochen wusste Sieper, der ebenfalls neu bei der HG ist, noch nicht einmal, welche Spielerinnen ihm überhaupt zur Verfügung stehen. Nach der Fusion zwischen der HSG Kropp-Tetenhusen und dem TSV Owschlag zur HG OKT haben viele Spielerinnen aus beiden Lagern der neuen Handballgemeinschaft den Rücken gekehrt und sich anderen Vereinen angeschlossen. 20 Spielerinnen hat Vagn Hansen, der Trainer der Drittligamannschaft rekrutiert, für das Oberligateam blieben kaum noch Akteure übrig. „Gewinner der Fusion war sicherlich nicht die zweite Mannschaft“, sagt Sieper, der in den ersten Trainingseinheiten lediglich vier bis fünf Aktive zum Training begrüßen durfte. „Da war an ein vernünftiges Training überhaupt nicht zu denken.“

Mittlerweile umfasst sein Kader rund zehn Spielerinnen – auch, weil sich die dritte Mannschaft der HG OKT bereits vom Spielbetrieb abgemeldet hat und einige Spielerinnen in die „Zweite“ aufgerückt sind. Statt in der Landesliga müssen sie sich nun in der Oberliga beweisen. „Einige sehen das als große Herausforderung an, andere stehen dem Ganzen eher etwas skeptisch gegenüber“, berichtet der Coach. Unterstützung erhält sein Team auch aus der A-Jugend. Mit Trainer Sönke Marxen wurde vereinbart, dass gelegentlich Nachwuchskräfte im Training und im Spiel aushelfen. Auch aus der ersten Frauenmannschaft dürfte noch die eine oder andere Spielerin zum Reserve-Team hinzustoßen. Ob das aber reicht, um in der vierthöchsten Klasse auf Bundesebene zu bestehen? Sieper hat da so seine Zweifel. „Unter diesen Begleitumständen wäre der Klassenerhalt schon eine sehr große Überraschung. Zumal ich wohl auch erst am Spieltag immer weiß, wer mir definitiv zur Verfügung steht. Bei uns ist alles auf Kante genäht. Da dürfen sich nicht drei, vier Spielerinnen gleichzeitig verletzten.“

Die Skepsis des Trainers wurde durch die jüngsten Ergebnisse bei einem Vorbereitungsturnier in Tarp genährt, als man nicht nur gegen Ligakonkurrenten verlor, sondern auch gegen klassentiefere Teams. „Da war schon zu sehen, dass uns mindestens drei Wochen Vorbereitungszeit fehlen. Wir haben noch in allen Bereichen Defizite. Wir müssen uns bis zu den Herbstferien irgendwie durchmogeln und dann noch einmal nachlegen.“ Denn noch kann Sieper sein Team nicht so agieren lassen, wie er es gerne möchte: mit einer offensiven, auf Ballgewinne ausgelegten Abwehr und einem schnellen Umschaltspiel. „Wir müssen erst einmal an anderen Dingen arbeiten.“ An dem Willen und dem Charakter seiner Spielerinnen lässt der Owschlager Coach indes keinen Zweifel. „Die sind alle Feuer und Flamme und saugen das, was ich ihnen sage, förmlich wie ein Schwamm auf.“

Zum Auftakt empfängt die HG heute (17 Uhr) in der Kropper Geestlandhalle den TSV Ellerbek. Sieper: „Ich kenne das Team zwar nicht, aber nachdem, was ich so gehört habe, dürfte es nicht einfach werden.“ Wie die gesamte Saison wohl nicht.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 05.Sep.2015 | 05:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert