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Beste bei Gesellenprüfung : Starkoch weckte ihre Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Marie Luckwald vom „Töpferhaus“ in Alt Duvenstedt schnitt bei Koch-Gesellenprüfung als Jahrgangsbeste ab. Ihre Spezialität sind Desserts.

Ein paar Mohrrüben werden schon geschnitten, die ersten Kartoffeln gewaschen. Um halb zehn füllt sich die Küche des Restaurants „Töpferhaus“ in Alt Duvenstedt langsam mit Leben. Mittendrin ist die frischgebackene Köchin Marie Luckwald. Die 23-Jährige ist die einzige Frau unter den Männern – und jahrgangsbeste Gesellin.

Gekocht hat die junge Frau schon immer gern. „Mit elf stand ich bereits in der Küche und hab meine ersten Tomatensaucen ausprobiert“, sagt Luckwald. „Außerdem hab ich im Fernsehen immer Jamie Oliver gesehen und viele seiner Gerichte nachgekocht.“ An genaue Rezepte hielt sich die junge Köchin noch nie. „Wenn ich ein bestimmtes Gericht kochen möchte, dann gucke ich nach mehreren Varianten“, so die 23-Jährige. Aus den verschiedenen Zutaten sucht sie sich die besten heraus und kreiert ihre eigene Speise. Ein Lieblingsgericht hat die Gesellin nicht. Einen Lieblingsgang hingegen schon. „Mir gefällt es in der Patisserie am besten“, sagt Luckwald. Besonders Desserts haben es ihr angetan. Die Kombinationsmöglichkeiten seien sehr groß, das mache die Arbeit mit Nachspeisen so spannend. „Wir haben hier zum Beispiel das Querbeetdessert“, sagt die 23-Jährige. Bei dem Gericht stellen die Köche eine Platte für zwei Gäste zusammen, die vier verschiedene Leckereien präsentiert. Festgeschrieben sind diese nicht. „Man kann sich ausprobieren und immer kreativ sein.“ Das müsse man auch. Denn als Koch sei es unerlässlich, mit der Zeit zu gehen und immer wieder Neues zu versuchen.

Auch bei ihrer Prüfung glänzte die Gesellin, die eigentlich aus Bordesholm stammt, mit ihrem Dessert. Sogar mehrere Pokale ergatterte die 23-Jährige bereits. Am stärksten eingeprägt hat sich ein Wettbewerb im ersten Lehrjahr. Hier belegte Luckwald den ersten Platz beim Horst-Günter-Kloß-Pokal. Gegen elf Konkurrenten setzte sich die junge Frau 2015 durch. „Das einzige Mädchen bei dem Wettbewerb zu sein und dann auch noch zu gewinnen, das war schon ein tolles Gefühl.“ Auch am Arbeitsplatz dominieren die Herren. Gestört hat das die 23-Jährige noch nie. „Ab und zu kommt mal ein Spruch“, sagt sie. „Da darf man dann nicht so genau hinhören und nicht immer alles so ernst nehmen.“ Das Wichtigste sei schließlich die Teamarbeit. „Man muss eingespielt sein und ständig miteinander kommunizieren. Es muss ja alles gleichzeitig fertig werden“, so Luckwald. Da kann es in der Küche schon einmal hektisch werden. Gestresst ist die Gesellin, die inzwischen in Rendsburg wohnt, aber nie. „Es ist schnelles Arbeiten. Man muss Lust darauf haben und mir macht es einfach Spaß. Köchin ist mein absoluter Traumjob.“ Das weiß die 23-Jährige schon seit ihren ersten Prüfungen an der Berufsschule. „Ich war nie besonders gut in der Schule“, sagt sie. „Aber in der Ausbildung lief schulisch sofort alles super. Da wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war.“ Aufgrund ihrer guten Leistungen konnte sie die Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzen.

Aber auch der Traumjob ist manchmal anstrengend. „Wir stehen acht Stunden lang am heißen Herd, und manchmal müssen schwere Töpfe geschleppt werden“, sagt die 23-Jährige. „Da ist man nach Dienstende schon kaputt.“ Das Wichtigste seien die Schuhe. „Die müssen zum einen bequem sein, aber auch rutschfest, damit man nicht den Halt verliert.“ Trotz der besten Schuhe, viel Vorsicht und Leidenschaft geht auch in professionellen Küchen einmal etwas schief. „Gleich an meinem ersten Tag als Gesellin habe ich Öl in Brand gesetzt“, erinnert sich die Köchin. Beim Zwiebelschneiden sei sie kurz abgelenkt gewesen. „Das war aber nicht weiter schlimm. Ich habe gleich ein Handtuch auf den Topf geworfen. Man muss eben aufpassen.“ Missgeschicke seien eben ab und zu auch Teil des Jobs.

Ihr Ausbilder, Julian Richert, ist stolz auf seinen Schützling. „Es ist toll, dass Marie so gut abgeschnitten hat“, sagt der Küchenchef. „Wir haben uns alle sehr mit ihr gefreut.“ Marie Luckwald möchte auch in Zukunft als Köchin arbeiten. „Die Ausbildung in Alt Duvenstedt zu machen war die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt die 23-Jährige.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 10:19 Uhr

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