zur Navigation springen

Video : Stand up Paddling in Süderstapel - ein Selbstversuch

vom

Fitness und Entspannung auf dem Wasser. Seit diesem Jahr finden SUP-Freunde eine neue Anlaufstelle in der 1000-Seelengemeinde Süderstappel. Unsere Redakteurin wagt den Selbstversuch bei einem Schnupperkurs.

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2015 | 07:12 Uhr

„Es ist gar nicht so schwer – und sehr schön.“ Und jeder könne es. Diese Worte weckten den Sportsgeist in LZ-Redakteurin Sabine Sopha. Paddeln im Stehen – das ist doch eigentlich total blöd, hatte sie immer gedacht. Denn warum stehen, wenn man doch (zum Beispiel im Kanu) sitzen kann? Für Birgit Pauli ist das völlig klar: Weil es gesund ist – vor allem für den Rücken. Seit Frühling dieses Jahres bietet sie gemeinsam mit Diane Grunow den Trendsport Stand-Up-Paddeln (SUP) in der Eider-Treene-Sorge-Region an.

Elf Bretter stehen zur Verfügung. Breit sind sie, auch gar nicht so schwer, und es gibt sie auch aufblasbar. Daher kann jedermann von neun bis 99 Jahren diesen Sport schnell ausüben, schwärmt Pauli. Am „Eisparadies Eiderschleife“ in Süderstapel hat sie ihren Standort. Bevor sie mit der unsportlichen Redakteurin aufs Wasser geht, stehen ein paar Trockenübungen an. Ein Anfängerkurs ist nicht verkehrt, da viele das Paddel falsch halten. Lang ist das „Werkzeug“, wesentlich länger als für das Kanu. „Es sollte den Kopf um 20 Zentimeter überragen“, erklärt Birgit Pauli. Die hauptberufliche Architektin hat vor einem Jahr das erste Mal gepaddelt und war so fasziniert, dass sie sich sofort ein Board bestellt hat und kurz darauf den Trainerschein machte.

„Anfangs knien wir uns auf das Brett“, gibt sie die erste Anweisung. Okay, das ist ja noch ganz einfach, auch wenn es recht kippelig ist. Dann das Paddel greifen, Arme dabei weit auseinander, eintauchen und... Nein, noch kein Sturz ins Wasser. „Hach, schön“, denkt die Anfängerin und genießt für einen Moment das sanfte Plätschern des Wassers, das Zwitschern der Vögel, das Grün des Uferssaums. Das weiß auch Birgit Pauli bei ihren Touren auf der Eider zu schätzen. Doch jetzt lautet ihr Kommando: „Aufstehen“. Das ist gar nicht so einfach. Die Beine zittern, das Brett wackelt, das Wasser plätschert heftiger. Aber – oh Wunder: Immer noch kein Sturz.

„Die wenigsten fallen beim ersten Mal ins Wasser“, hatte die Trainerin die Anfängerin beruhigt. „Das geschieht meist, wenn die erste Routine eintritt.“ Von der ist die Redakteurin noch weit entfernt – wie vom rettenden Ufer. Doch die Konzentration ist jetzt so hoch, dass die paddelnde Schreiberin überhaupt nicht bemerkt, was um sie herum geschieht. Bauchmuskeln anspannen, Paddel ins Wasser tauchen, mit dem Körper heranziehen. „Das ist wichtig: Nicht das Paddel mit der Kraft der Arme bewegen, sondern sich mit dem ganzen Körper zum Paddel ziehen“, erklärt die Trainerin.

Während des sanften Gleitens über das Wasser erzählt Birgit Pauli, wie dieser neue Sport entstand. „Schon die Fischer im alten Peru und Venezuela paddelten auf Holzbrettern“, weiß sie. Und auf Hawaii nutzten die Könige diese Art der Fortbewegung als Zeitvertreib. Ein paar Jahrhunderte später wollten Surflehrer auf Hawaii ihre Windsurf-Schüler an einem Tag ohne Wellen fotografieren. Sie paddelten auf den Surfbrettern stehend hinaus und stellten fest: Das macht Spaß. Sie ließen sich längere Paddeln machen und selbst Surf-Legende Robby Nash fand – obwohl erst skeptisch – Gefallen am Stand-Up-Paddeln. Seit 1995 gibt es den neuen Sport, der in den vergangenen Jahren zum Trend wurde. Allerdings vorwiegend in Städten, wie zum Beispiel in Hamburg, wo auch der Anbieter SUP.co sitzt, mit dem Birgit Pauli und Diane Grunow zusammenarbeiten.

Ganz schön heiß ist es jetzt auf dem Board geworden. Daran ist nicht nur die Sonne schuld, sondern auch die Anstrengung. „Macht es Spaß?“, möchte Birgit Pauli wissen. Um mit Blick auf das angespannte Gesicht der Anfängerin sich die Antwort selbst zu geben. Aber nach dem überstandenen Abenteuer: Keine Rückenschmerzen mehr, Endorphin pur im Blut. Und tags darauf keinen Muskelkater. Darum: Für eine unsportliche Mitt-Fünfzigerin war es anstrengend. Aber sie hat Lust auf eine Wiederholung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen