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Streit um Bauland : Stall soll Blick auf den See freigeben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Hitzige Diskussionen: Gemeindevertreter und Eigentümer in Groß Vollstedt streiten sich um mögliches Baugrundstück. Ein Stall soll weichen, damit potenzielle Bewohner Blick auf den See haben. Eine Entscheidung wurde vertagt.

Eigentlich sind sich alle Mitglieder der Gemeindevertretung einig: Groß Vollstedt soll wachsen. Dafür müssen Wohnungen und neue Baugrundstücke her. Bis 2025 darf die Gemeinde 40 neue Wohnungen erschließen, 15 sind bereits entstanden. Nun sollen nördlich des Bokeler Weges, westlich der Dorfstraße, zwischen den Hausnummern Bokeler Weg 4 und 14 neue Baugrundstücke hinzukommen. Eigentümer Hans-Wilhelm Koep hatte sich vor rund einem Jahr an Bürgermeister Heinz Volkmann gewandt.

„Die landwirtschaftlichen Flächen sind interessant für die dörfliche Entwicklung“, erläuterte Christian Heß, doch die Vorstellungen der Gemeinde und des Eigentümers gehen stark auseinander. Daher sei eine Einigung schwierig. „Da die Gemeinde und der Eigentümer aber nur zusammen etwas auf die Beine stellen können, hat der Bau-, Straßen-, Wege- und Umweltausschuss vorgeschlagen, eine Veränderungssperre zu erlassen“, erklärt das SPD-Ausschussmitglied. Die Gemeinde habe laut Heß Angst, dass die Fläche bis zur Einigung landwirtschaftlich anderweitig genutzt werde und die Wohnbebauung schwierig bis unmöglich werde.

Hans-Wilhelm Koep gingen die Pläne der Gemeindevertretung zu weit. Er beauftragte einen eigenen Planer und stellte das Ergebnis in einem Gespräch auf dem Amt den beteiligten Parteien vor. Doch laut Koep haben weder Bürgermeister Volkmann noch der Vorsitzende des Bauausschusses, Hans-Wilhelm Ehmsen, den Plan an die Fraktionsmitglieder weitergeleitet. Sie möchten, dass der Landwirt einen ehemaligen Stall abreißt, um den Blick auf den See freizugeben. Bei der Begehung des Geländes zeigt sich, dass dieser problemlos aus dem ersten Stock der neuen Wohnhäuser zu sehen sein wird. „Außerdem kann die dann sanierte Halle von den neuen Anwohnern als Unterstand, zum Beispiel für Wohnwagen, genutzt werden“, zeigte sich Koep kompromissbereit.

Ein weiterer Streitpunkt ist der ehemalige Rinderstall, in dem der Landwirt Hackschnitzel als Brennstoff für seine Heizung lagert. Ehmsen forderte den Abriss. Dagegen wehrt sich Koep, der Rückendeckung von der KWG-Fraktion erhielt – sehr zum Ärger von Bürgermeister Volkmann, der seinen Kollegen vorwarf, keine eigene Stellungnahme abzugeben. „Unsere Grundlage heißt, dass der Gemeinde keine Nachteile entstehen dürfen“, machte Ulrich Koch deutlich. „Doch wenn der Landwirt die Fläche selber vermarkten will, kann er die Gebäude stehen lassen.“ Koep erklärte sich bereit, alle anfallenden Kosten zu tragen und die Gemeinde nicht zu belasten. Auf dieses Angebot seien aber weder der Bürgermeister noch der Vorsitzende des Bau-, Straßen-, Wege- und Umweltausschusses eingegangen. Koch kritisierte zudem die geplante Zufahrt der hinteren Grundstücke über den Hof von Hans-Wilhelm Koep. „Der Meiereiweg ist doch bereits erschlossen“, wunderte sich Koch. „Ich will doch den Verkehr nicht in meiner Straße haben“, entgegnete Hans-Wilhelm Ehmsen, Anwohner des Meiereiweges.

Für die Besucher der Sitzung war schnell klar, dass der Informationsfluss zwischen beiden Seiten verbessert werden muss. Und auch Christian Heß griff in der hitzigen Diskussion vermittelnd ein: „Beide Seiten sind doch gar nicht so weit voneinander entfernt. Wir müssen offen miteinander reden und alles darlegen“, forderte der SPD-Politiker. Nach einer Sitzungsunterbrechung und Gesprächen innerhalb der Fraktionen einigten sich die Gemeindevertreter darauf, den Antrag auf Veränderungssperre zurück an den Bauausschuss zu geben.

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