zur Navigation springen

Attraktion : Stahlkoloss soll Touristen anlocken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gemeinde Schacht-Audorf will ihrem Bürger Frank Dose schwerstes Fahrrad der Welt abkaufen / Betrag in vierstelliger Höhe geplant

von
erstellt am 23.Mai.2017 | 12:32 Uhr

Die Bürgermeisterin von Schacht-Audorf fährt schweres Geschütz auf. Sabrina Jacob hat angeregt, dass die Gemeinde ihrem Bürger Frank Dose ein wuchtiges Unikat abkauft und damit den Tourismus im Ort ankurbelt. Wie berichtet, baute der 50-jährige Trucker ein Fahrrad, das 1080 Kilogramm auf die Waage bringt. Das Rekord-Institut für Deutschland erkannte es bereits als schwersten Drahtesel der Welt an. Die Jury des „Guiness Buchs der Rekorde“ prüft zurzeit, ob es dem „Eisenschwein“, wie Dose das Rad nennt, den Titel ebenfalls verleihen will.

Jacob begründete ihre Idee: „Ich finde, das passt einfach zum Ort und seiner Lage mit dem Fahrradtourismus am Kanal.“ Als Dose im September an der Schacht-Audorfer Feuerwache mit dem Fahrrad aus eigener Kraft 105 Meter zurücklegte und damit unter den Augen von zwei Gutachtern den Weltrekord-Versuch unternahm, stand sie staunend im Publikum. „Das war ein Highlight. Ich dachte: Da muss man noch mehr draus machen. Es wäre zu schade, wenn es verpuffen würde“, berichtete die 36-Jährige. Um in Verhandlungen mit Dose treten zu können, steckte sie zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden den finanziellen Rahmen ab. Die Kommune könnte das Rad für einen mittleren vierstelligen Betrag kaufen. Der Beschluss der Gemeindevertretung steht aber noch aus, ebenso wie der Kaufzeitpunkt. Sobald der Vertrag unterzeichnet ist, sollen die Gemeindevertreter Ideen sammeln, wie sie das „Eisenschwein“ einsetzen wollen. „Mein erster Gedanke war, dass man es sich ansieht, wenn man in ein Café oder Restaurant geht. Aber da kommen bestimmt noch andere Ideen“, sagte sie.

Zunächst geht das Fahrrad auf Reisen. An Pfingsten wird es beim 14. Oldtimertreffen auf dem Landgestüt Traventhal (Kreis Segeberg) ausgestellt. Vom September bis März soll es im Verkehrsmuseum Dresden bei der Sonderausstellung „Ich.Fahr.Rad Fahrradgeschichte(n)“ zu sehen sein. „Ich habe Anfragen en masse. Aber ich telefoniere nicht hinterher, denn es ist eine Heidenarbeit, das zu transportieren“, berichtete Dose. Das Museum will das Fahrrad mit einem Pkw-Anhänger abholen. Dose hätte aber auch Lust, es selbst hinzufahren. „Wenn der Preis stimmt und ich Zeit habe, würde ich es machen“, sagte der 50-Jährige.

Stahlbau ist seit Jahren sein Hobby. Dose schweißte schon Gartenlampen und Feuerkörbe zusammen. Beim Musikfestival Wacken-Open-Air 2013 saß er um 4 Uhr im Wackinger-Village. „Da werden viele verrückte Sachen ausgestellt. Ich dachte: Nächstes Jahr komme ich hierher und stehle denen mit einem Fahrrad die Show.“ Den ersten Entwurf schraubte er ein Jahr später wieder auseinander, um den Weltrekord zu knacken. Allein die Räder wiegen je 300 Kilogramm. Sie stammen von einem Güllewagen. „Wenn das Rad in der Sonne steht, riecht man es“, so Dose. Das Fahrrad abzugeben, fällt ihm schwer. „Ein bisschen blutet mir schon das Herz. Da hängen viele Emotionen und Geschichte dran“, sagte er.

Steinzeitliche Tonscherben bremsen Stellplatz-Erweiterung

Die Erweiterung einer Wohnmobilstellplatzanlage und die Ansiedlung von Gastronomie in Schacht-Audorf sind ins Stocken geraten. Bürgermeisterin Sabrina Jacob berichtete, dass auf dem Gelände steinzeitliche Tonscherben gefunden wurden. Die Politik muss entscheiden, ob sie Archäologen zum Abräumen finanzieren will. Der Hauptausschuss berät darüber am Mittwoch, 31. Mai, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes in Schacht-Audorf, Kieler Straße 25.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen