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Sanierung : Stadtteil rückt aus dem Schattendasein

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Dornröschenschlaf hat ein Ende. Die Sanierung der Schleuskuhle und des hinteren Teils der Torstraße beginnt. Die Arbeiten sollen rund eineinhalb Jahre dauern .

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erstellt am 22.Mär.2015 | 18:49 Uhr

Vorfahrt für die Baufahrzeuge. Ab heute wird in der Straße Schleuskuhle und im hinteren Teil der Torstraße gebuddelt und planiert. Nach dem Neubau der Torstraße in Richtung Schloßplatz vor zwei Jahren folgt nun der zweite Teil der „Schönheitskur“ im Sanierungsgebiet „Nördliche Altstadt“. Die Umbauarbeiten werden nach Angaben der Stadt rund eineinhalb Jahre dauern. Die Autofahrer müssen sich also auf eine lange Geduldsprobe einrichten.

Die Rendsburger sollen für die Umwege durch die Straßensperrungen und den Baulärm mit einem hochwertigen Stadtbild belohnt werden. Bisher ist die rund 230 Meter lange Schleuskuhle marode und teilweise mit tiefen Schlaglöchern übersät. Die Straße soll von Grund auf neu gebaut werden. Vorbild ist die sanierte Torstraße. Gelbes Klinkerpflaster, das in Fischgrätmuster verlegt wird, breitere Gehwege als bisher, Bauminseln, dazwischen Parkbuchten, eine getrennte Kanalisation von Regen- und Schmutzwasser sowie eine neue Straßenbeleuchtung – das sind die Eckdaten der künftigen Schleuskuhle.

„Während der Arbeiten werden die beiden städtischen Parkplätze zeitweise nur eingeschränkt nutzbar sein“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Auch werde es zeitweise notwendig sein, den unmittelbaren Baustellenbereich voll zu sperren. Die generelle Empfehlung lautet daher, das Gebiet zu umfahren. Nach Angaben aus dem Rathaus können aber Rettungsfahrzeuge, Fußgänger, Radfahrer sowie Anlieger die Schleuskuhle und die nördliche Torstraße weiterhin passieren. Rendsburg rechnet mit Kosten von rund 800 000 Euro. Zuschüsse gibt es von Bund und Land.

Durch die Investition soll das Gesamtquartier sowohl für die Anlieger als auch für neue Bewohner und mögliche Investoren im Ansehen steigen. Denn jahrelang führte das historische Viertel ein Schattendasein und lag im Dornröschenschlaf. Jetzt soll der historische Charme wiederbelebt werden. Die Schleuskuhle erinnert nämlich an die maritimen Wurzeln der Stadt Rendsburg. In unmittelbarer Nähe befand sich die Schleuse des Eiderkanals – das Wasserbecken am heutigen Thormannplatz ist ein Rest davon. Durch die Schifffahrt auf dem nahen Eiderkanal hatte sich in dem Stadtteil vor allem maritimes Gewerbe niedergelassen. Schiffseigner, Spediteure und Ausrüster eröffneten Betriebe.

Hinzu kamen viele neue Schankwirtschaften. Das aber nicht (nur), weil Seeleute besonders trinkfreudig waren, sondern weil die engen, dunklen und feuchten Kammern auf den Schiffen die Männer nach Feierabend von Bord trieben. Zumal es lange Zeit auch keine Waschräume und Toiletten auf den Schiffen gab.

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