Gemeinde Ostenfeld : Stadtlärm auf dem Dorf: Wenn der Wind die A7 ins Haus bläst

Die A7 durchschneidet das Gemeindegebiet von Ostenfeld.
Die A7 durchschneidet das Gemeindegebiet von Ostenfeld.

Die Ostenfelder kämpfen für besseren Lärmschutz an der künftigen Rader Hochbrücke und den einen Kilometer langen Rampen.

shz.de von
16. Februar 2018, 08:55 Uhr

Die Einwohner der Gemeinde Ostenfeld können nur selten Ruhe genießen. Lärm ist ein ständiger Begleiter der Gemeinde. Westlich des Dorfes verläuft die A7. Südlich durchquert die A 210 die Gemeinde in Ost-West-Richtung. Und südwestlich, direkt an das Gemeindegebiet grenzend, liegt zu allem Überfluss das Autobahnkreuz Rendsburg.

„Die Lärmbelastung betrifft nicht hauptsächlich Borgstedt, sondern Rade und Ostenfeld“, machte Bürgermeister Arnold Schumacher in der Einwohnerversammlung im Bürgerzentrum „Alte Schule“ mit 40 Teilnehmern deutlich, als er zusammen mit seinem Stellvertreter Rolf Eckstein den Lärmaktionsplan 2018 vorstellte. Der Grund für den Lärm ist der Wind, der laut Gemeindeoberhaupt an 300 Tagen im Jahr aus West oder Südwest weht, was zu einer besonders starken Belästigung der Menschen führt, die östlich der A7 wohnen.

Die Zukunft bringt noch mehr Lärm

Dem Verkehrsministerium lägen zudem neue Zahlen zum aktuellen Verkehrsaufkommen auf der A7 (51.000 Kraftfahrzeuge pro Tag) und für die Prognose bis 2030 (61.000 Kraftfahrzeuge pro Tag) vor, die weit über den bisher berücksichtigten Zahlen lägen, berichtete Schumacher. Außerdem sei der bevorstehende Ausbau der Autobahn 7 auf sechs Fahrstreifen nicht berücksichtigt. Der Ausbau auf sechs Spuren ist demnach nicht nur im Bereich der Brücke und Rampen geplant, sondern soll im Norden bis zur Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf und im Süden bis zum Autobahnkreuz Rendsburg erweitert werden. Damit verlängert sich die Baustrecke von bisher 3,25 Kilometer auf etwa 5,5 Kilometer, um eine sinnvolle Verkehrsführung und Verkehrswirksamkeit zu erreichen, teilt das Verkehrsministerium mit. Bis zu den Ein- und Ausfädelungsstreifen auf beiden Seiten sollen die sechs Spuren führen. Wie viel der Ausbau kosten wird, steht noch nicht fest.

Für Ostenfeld bedeutet der neue Plan, dass sich auch der Planungsraum für Lärmschutz hinsichtlich „menschlicher Gesundheit“ auf das Gemeindegebiet ausweitet. Und weil es sich bei dem sechsspurigen Ausbau um einen Neubau der Rader Brücke handele und nicht wie zuerst geplant nur um einen Ersatzbau, würden auch andere Kriterien für den Lärmschutz gelten, stellte Schumacher fest. „Wir wollen, dass alles technisch Machbare getan wird, damit wir eine Lärmminderung bekommen“, forderte Eckstein. Dabei sei es wichtig, im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens das Veto der Gemeinde einzulegen. Zusätzlich sei die Lärmbelastung durch die A210 zu berücksichtigen. Wenn die tatsächlichen Verkehrszahlen dort, was zu überprüfen sei, ebenfalls gestiegen seien, müsse auch für diese Autobahn über Lärmschutzmaßnahmen gesprochen werden, sagte der Ostenfelder Bürgermeister.

Nach Zahlen des vorhandenen Lärmschutzgutachtens sind 130 Einwohner durch den Fahrzeuglärm von tagsüber 55 bis 60 Dezibel betroffen. Wie sehr der Dauerkrach nervt, machte eine Einwohnerin ganz deutlich. „Du kannst besser in die Stadt ziehen, da ist es ruhiger“, meinte sie. Die Gemeindevertretung will in ihrer Sitzung im März abschließend über den Lärmaktionsplan beraten.

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