Stadtbusse nehmen jetzt E-Scooter mit

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24. Februar 2015, 16:14 Uhr

Auf eine Mitnahmepflicht in Bussen können sich E-Scooter-Fahrer laut aktueller Rechtsprechung nicht berufen. Die Firma T.H. Sievers, die den Rendsburger Stadtverkehr organisiert, hat jedoch ein Herz für die meist körperlich beeinträchtigten Besitzer der wendigen Elektromobile. Ab sofort werden sie von den Bussen mitgenommen. Geschäftsführer Hans-Peter Horn: „Wir wollen etwas für gehbehinderte Menschen tun.“

Aber das macht er auf eigenes Risiko: Denn versichert ist Horn dabei nicht. Kein Einzelfall: Viele Assekuranzen lehnen es bisher ab, die Risiken abzudecken, die sich durch eine Mitnahme von E-Scootern ergeben könnten. Doch Horn ist sicher: „Wenn man das Fahrzeug im Bus vorschriftsmäßig sichert, kann gar nichts passieren.“

Gestern testete E-Scooter-Fahrer Günter Schneider aus Büdelsdorf den neuesten Sievers-Bus. Die Einstiegsseite des großen Fahrzeugs lässt sich absenken, zudem kann man eine Rampe ausklappen, über die man barrierefrei in den Bus gelangt. Für den 77-jährigen Rentner war das alles kein Problem. Geschickt steuerte er seinen fahrbaren Untersatz rückwärts hinein und sicherte ihn mit der Feststellbremse. Bislang ist Schneider stets mit seinem blauen Flitzer von Büdelsdorf nach Rendsburg gefahren. „Künftig werde ich auch mal mit dem E-Scooter den Bus benutzen.“

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