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Rendsburg/Fockbek : Stadtbus-Fahrer wirft Kundin raus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die 20-Jährige drängt auf pünktliche Abfahrt. Es kommt zum Streit mit dem Mann am Steuer. Zwei Kilometer vor dem Ziel setzt er sie vor die Tür.

Lea S. ist sauer. Die 20-Jährige berichtete der LZ, dass ein Busfahrer sie am Sonntag in der Linie 3 von Rendsburg nach Fockbek beleidigt und fast zwei Kilometer vor ihrem Ziel vor die Tür gesetzt hat. „Das ist mir noch nie passiert“, sagte sie empört. Eine Pressesprecherin der Norddeutschen Verkehrsbetriebe (NVB) nahm den Fahrer gestern in Schutz.

Lea S. hatte sich für den Tag einen engen Zeitplan gesteckt. Sie wollte um 8.50 Uhr vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Rendsburg mit der Linie 3 in die Nachbargemeinde zu ihrem Pferd fahren. Für die Strecke von der Haltestelle Elsdorfer Straße zum Stall hatte sie 30 Minuten Fußweg und für die Versorgung des Tieres mit Medizin eine weitere halbe Stunde eingeplant. Dann wollte ihre Mutter sie abholen und mit ihr zu einer Geburtstagsfeier fahren.

Lea S. war daher froh, dass der Bus schon vor 8.50 Uhr am ZOB stand. Jedoch fuhr er nicht pünktlich ab. „Als ich mich gerade hingesetzt hatte, ging der Busfahrer raus und quatschte mit Kollegen“, berichtete die Rendsburgerin. Nach zwei Minuten sprach sie ihn an: „Sie hätten vor zwei Minuten losfahren müssen.“ Als der Mann nicht reagierte, wandte sie sich erneut an ihn. „Da hat er mich angebrüllt. Ich soll ihm keine Vorschriften machen. Ich soll mich nicht so anstellen“, erinnerte sich Lea S. Sie habe ihm erklärt, dass sie ihm keine Vorschriften machen, sondern bloß an die Abfahrtszeit erinnern wollte.

Mit dreiminütiger Verspätung setzte sich der Bus in Bewegung. Die 20-Jährige saß direkt hinter dem Fahrer und wollte ihre Ruhe haben. „Er hat immer weiter mit mir diskutiert“, berichtete sie. Der Fahrer fragte zum Beispiel, ob sie umsteigen müsse. Das war aber nicht der Fall. „Dann verpassen Sie ja nichts“, lautete seine Antwort nach Darstellung der jungen Frau. Als ein weiterer Gast den Fahrer in Schutz nahm, habe Letzterer gesagt: „So ein Pack müsste man eigentlich rausschmeißen.“ Er verwies auf sein Hausrecht und kündigte an: „Wenn Sie das nächste Mal hier stehen, nehme ich Sie nicht mit.“ Lea S. überlegte, sich nach hinten zu setzen. Aber in die Nähe eines anderen Fahrgastes wollte sich nicht rücken. Sie hatte den Eindruck, dass er angetrunken war.

Nach fast zehnminütiger Reise ließ der Fahrer seinen Worten Taten folgen. Er hielt an der Haltestelle Seemühlen und forderte die 20-Jährige zum Aussteigen auf. Sie entgegnete, dass sie den Bus erst am Elsdorfer Weg verlassen wollte. „Das ist mir doch scheißegal“, habe er gesagt und dann seine Aufforderung wiederholt. Lea S. stieg aus und ging fast zwei Kilometer bis zur Haltestelle, dann weiter zum Stall. Es regnete. Sie spürte, dass sie sich eine Woche zuvor den Fuß verknackst hatte.

Jetzt hat Lea S. Angst, dass der Fahrer sie bei nächster Gelegenheit nicht mitnehmen wird. Das Pferd quartierte sie gestern in einen Stall in Osterrönfeld um. Aber auch zur Arbeit in Büdelsdorf fährt sie mit dem Bus. „Es kann sein, dass ich ihn auch auf der Linie treffe.“

Nach Darstellung der Norddeutschen Verkehrsbetriebe (NVB) verhielt sich der Fahrer der Linie 3 am Sonntag korrekt. Er habe am Zentralen Omnibusbahnhof ein technisches Problem bemerkt, deshalb den Betriebsleiter angerufen und einen Tausch des Wagens bei nächster Gelegenheit vereinbart. Um 8.52 Uhr sei er abgefahren. Die Rendsburgerin sei mit der Verspätung nicht einverstanden gewesen. „Das hat sie so lauthals bekundet, dass andere Fahrgäste sich eingemischt und sie aufgefordert haben, nicht rumzupöbeln“, sagte eine NVB-Sprecherin. In dem Bus hätten vier bis fünf weitere Personen gesessen. „An der Haltestelle Hagebaumarkt hat er letztmalig gebeten, sie möge ruhig sein. Er müsse sich auf den Straßenverkehr konzentrieren. Sonst müsse sie aussteigen. Er hat bestens reagiert. Im Grunde hat sie ihn beleidigt. Sie hat lautstark gepöbelt“, sagte die Sprecherin.

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erstellt am 04.Jul.2017 | 11:42 Uhr

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