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Dauerthema : Stadtbahn: Wird das Signal jetzt auf Grün gestellt?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mehr Geld aus Berlin – Grüne fordern Beschluss noch in diesem Jahr.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 11:35 Uhr

Nach Monaten des Stillstands nimmt das Dauerthema Stadtbahn langsam wieder Fahrt auf. Morgen Abend (18 Uhr, Altes Rathaus) befasst sich der Bauausschuss mit dem brach liegenden Gleisabschnitt vom Rendsburger Bahnhof bis nach Seemühlen-Nord und seiner möglichen Wiederbelebung. Anlass ist eine aus Sicht des Landes Schleswig-Holstein positive Nachricht aus Berlin. Durch deutlich erhöhte Nahverkehrszuschüsse sieht Ratsherr Klaus Schaffner die Zeit für die Stadtbahn gekommen. „Jetzt stehen die Gelder zur Verfügung, jetzt muss es losgehen“, fordert der Grünen-Politiker. Noch in diesem Jahr müsse es zu einem Beschluss in der Ratsversammlung kommen, so Schaffner. Die Rendsburger Politik müsse ein klares Signal nach Kiel aussenden, dieses deutliche Zeichen habe bisher gefehlt. „Wenn wir zu lange warten, ist das Geld wieder weg.“

Wie berichtet, hat der Bund angekündigt, seine Zuschüsse für den Betrieb von Regionalzügen und Bussen aufzustocken. Und zwar überraschend deutlich: Statt bisher 7,3 Milliarden Euro sollen die Länder nächstes Jahr 8,0 Milliarden erhalten und dann bis 2030 jährlich weitere 1,8 Prozent mehr. Der Norden profitiert von der Anhebung der sogenannten Regionalisierungsmittel erheblich, weil sich auch der Aufteilungsschlüssel zu Gunsten von Schleswig-Holstein und zu Lasten der jahrelang bevorzugten ostdeutschen Länder verschiebt. Daher steigen die Bundesgelder für den Nahverkehr im nördlichsten Bundesland von 233 Millionen Euro auf 255 Millionen im kommenden und auf 287 Millionen in fünf Jahren an.

Klaus Schaffner hält die Verlängerung der Regionalbahn bis in den Stadtwesten aus mehreren Gründen für sinnvoll. „Wir sehen in der Regionalbahn eine Investition für die Zukunft und wollen auch wirtschaftliche Ansiedlungen fördern – zum Beispiel in der ehemaligen Feldwebel-Schmid-Kaserne.“ Viele Berufspendler würden profitieren, Menschen mit Behinderung könnten den Bahnhof Rendsburg durch den Zustieg an einem der drei Haltepunkte bis Seemühlen-Nord barrierefrei erreichen.

Nach bisheriger Kalkulation müsste sich die Stadt Rendsburg mit 185  000 Euro an der Ertüchtigung der Strecke beteiligen. Die Hauptlast von rund vier Millionen Euro trägt das Land. In der Bauverwaltung, deren Leiter Frank Thomsen dem Ausschuss auf Antrag der Grünen morgen den Sachstand darlegen soll, wartet man offenbar noch auf eine Nachricht aus Kiel. „Uns liegen dazu keine konkreten neuen Informationen aus erster Hand vor“, teilte Thomsen auf Anfrage mit.

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