Stadtbahn: "Doppelte Subvention programmiert"

shz.de von
14. August 2012, 03:59 Uhr

Rendsburg | Die Mitglieder der Ratsversammlung erhalten in den nächsten Tagen die Einladung zu einer ganz besonderen Reise. Am Freitag, dem 24. August, dem ersten Tag des Rendsburger Herbstes, setzt sich um 11.40 Uhr am Bahnhof die Stadtbahn für eine erste Sonder-Probefahrt Richtung Stadtnorden in Bewegung. Während des Stadtfestes haben dann alle Bürger die Gelegenheit, kostenlos von der Büsumer Straße in die Innenstadt oder umgekehrt zu fahren.

Die Bürgerinitiative für Lebensqualität Rendsburg Nord steht dem Vorhaben jedoch mit großer Skepsis gegenüber. In einem unserer Zeitung zur Verfügung gestellten Schreiben appellieren die Vorsitzende Marianne Strauch und weitere Vorstandsmitglieder des Vereins an die Ratsmitglieder, genau zu prüfen, ob diese Bahn wirklich Sinn macht und ob sich Rendsburg und das Land Schleswig-Holstein die Verbindung leisten können.

Bei der zögerlichen Politik der Vergangenheit scheine sich niemand bemüht zu haben, die Kosten für die Stadtbahn und die finanziellen Folgen für die Steuerzahler zu ermitteln, heißt es weiter. Die Strecke werde bereits ausreichend durch den subventionierten Busbetrieb des Stadtverkehrs bedient, dessen Fahrzeuge nicht ausgelastet seien, so die Stadtbahn-Gegner. Eine Bahnanbindung würde die Auslastung nicht verbessern; doppelte Subvention sei programmiert.

Der immer wieder ins Feld geführte Umweltaspekt greift nach Ansicht der Bürgerinitiative nicht, da eine Diesellok mit wenigen Passagieren weder wirtschaftlich noch umweltfreundlich sei.

Vorbereitende Arbeiten an der Bahnstrecke sollen nach Angaben von Dennis Fiedel von der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft demnächst beginnen. Erforderlich seien Grünrückschnitt und Schwellenerneuerung.

Während der "Herbst-Tage" verkehrt die Stadtbahn im Stundentakt von 11.57 bis 17.57 Uhr ab dem Bahnhof und von 12.16 bis 18.16 Uhr ab Seemühlen. Am Freitag beginnt der Fahrplan eine Stunde später. Haltestellen werden am Gymnasium Kronwerk, in der Schleswiger Chaussee und der Büsumer Straße eingerichtet.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen