Hardrock bis Klassik : Stadt wurde zur Schüler-Bühne

Das Jugendblasorchester der Christian-Timm-Schule Rendsburg begeisterte mit dem Titel „Oye Como Va“ von Carlos Santana.
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Das Jugendblasorchester der Christian-Timm-Schule Rendsburg begeisterte mit dem Titel „Oye Como Va“ von Carlos Santana.

640 Musikanten aus 19 Schulen in Schleswig-Holstein spielten auf. Konzerte unter freiem Himmel vor hunderten Zuhörern.

shz.de von
04. Juni 2018, 09:11 Uhr

Rendsburg | Von Hardrock über Chorgesang bis zur Streichergruppe – am Sonnabend musizierten in der Rendsburger Innenstadt 637 Schüler aus 19 Schulen. Im Rahmen der zehnten Landesbegegnung „Schulen musizieren“ wurde die gesamte Bandbreite des Musikunterrichts gezeigt.

„In Rendsburg spielt die Musik“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Anja Ilgenstein selbstbewusst bei der Eröffnung der Großveranstaltung vor dem Stadttheater. Dort machte das Jugendblasorchester der Christian-Timm-Schule Rendsburg unter der Leitung von Kai Radzanowski den Auftakt und begeisterte unter anderem mit „Oye Como Va“ von Carlos Santana. Ein Kontrastprogramm dazu stellte der gemeinsame Auftritt der Eckernförder Chöre der „Schule am Noor“ und der Jungmannschule auf dem Altstädter Markt dar. Schüler des Förderzentrums mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“ sangen zusammen mit Gymnasiasten „Mein kleiner grüner Kaktus“. Ulla Engel, Leiterin der „Schule am Noor“, und die Musiklehrerinnen Angela Lins und Janine Preuße waren begeistert. Ulla Engel schätzt die Kooperation der Schularten und ist überzeugt: „Inklusion ist, wenn man nicht darüber spricht.“

Eine Zusammenarbeit gibt es auch zwischen der Musikschule Rendsburg und der Grundschule Neuwerk. Zwei Streicherklassen üben zweimal wöchentlich und spielen bei Auftritten gemeinsam. „Die Veranstaltung ist wie für uns gemacht“, freute sich Lehrerin Janne Weigand, die zusammen mit Anne Gayed von der Musikschule die Kinder unterrichtet. „Für die Schüler ist das super. Sie können ihre Fähigkeiten zeigen und erhalten eine Rückmeldung vom Publikum“, stellte Weigand fest.

Die jüngsten Akteure, Schüler der Klassen 1 a und 1 b der Schule Obereider aus Rendsburg, nahmen die Zuhörer mit in den Dschungel. Es ging um ein großes und sehr unfreundliches Krokodil, vor dem alle Tiere Angst hatten. Der Erstklässler Loran, der das Krokodil spielte, beeindruckte das Publikum auf dem Altstädter Markt mit ohrenbetäubendem Geschrei, weil das Krokodil von furchtbaren Zahnschmerzen geplagt wurde. Erst die kleine Maus, gespielt von Anita, konnte ihm helfen. „Wir haben intensiv für den Auftritt geübt“, erklärte die Lehrerin Martina Schultz-Pfaffenroth, die von Birgitta Wünsch-Kruse am Keyboard unterstützt wurde. Das „Krokodil-Stück“ soll auch bei der Verabschiedung der Viertklässler und bei der Begrüßung der neuen Schulanfänger nach den Sommerferien aufgeführt werden. Am Nachmittag traten Schüler in sozialen Einrichtungen wie dem Hospiz, den Seniorenheimen „Neue Heimat“und „St. Vincenz“ sowie im Europaforum auf.

Verantwortlich für die Organisation der Aktion war Michael Klaue, Landesbeauftragter des Bundesverbands Musikunterricht. Er betonte: „Die Breitenförderung für die Musikkultur kann nur in unseren allgemein bildenden Schulen verwirklicht werden. Nur hier erreichen wir so viele Jugendliche mit unterschiedlichen Talenten, die sich mit viel Spaß an der Sache zum Musizieren zusammenfinden.“

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