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Altstadt-Kaufhaus : Stadt will Hertie-Gebäude zwangsversteigern lassen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Grundschulden belaufen sich auf 100 000 Euro. Termin am 17. November im Rendsburger Amtsgericht.

Während ein Kaufmann aus der Region an einem Konzept für die Zukunft des Hertie-Hauses feilt (wir berichteten), droht dem Verwalter der Immobilie Ungemach: Die Stadt Rendsburg hat beim Amtsgericht die Zwangsversteigerung des Gebäudes beantragt. Hintergrund sind ausstehende Grundsteuerzahlungen. Nach Informationen der Landeszeitung steht die Berliner Firma CR Management bei der Stadt mit zirka 100 000 Euro in der Kreide.

Am Montag, 17. November, soll das frühere Kaufhaus im ersten Stock des Amtsgerichts, Saal 3, unter den Hammer kommen. Der Verkehrswert wurde auf 848 000 Euro festgesetzt. Bieter können den Zuschlag bereits dann erhalten, wenn ihr Angebot bei mindestens 70 Prozent des Verkehrswertes liegt. Soll heißen: Für 593 600 Euro würde ein Käufer das Haus erwerben können.

In der öffentlichen Bekanntmachung des Gerichtstermins werden Details zu dem Gebäude genannt. Demnach beträgt die Grundfläche 2403 Quadratmeter. Die ältesten Bereiche des Komplexes stammen aus dem Jahr 1909, in den Jahren 1935 und 1955 wurde umgebaut und erweitert. Eine weitere Ergänzung erfuhr das Haus zirka 1960. In zwei Untergeschossen, einem Erdgeschoss und drei Obergeschossen stehen insgesamt 8265 Quadratmeter Verkaufs-, Lager- und Büroflächen zur Verfügung. Das Gericht äußert sich auch zum Zustand der Räumlichkeiten. Demnach gibt es „Fußbodenverwerfungen“ und der Zuschnitt der Räume ist „unwirtschaftlich“. Insgesamt sei das Hertie-Haus funktionell überaltert, es gebe einen hohen Reparaturstau sowie erhebliche Baumängel und Bauschäden.

Bürgermeister Pierre Gilgenast wollte sich zur Höhe der aufgelaufenen Steuerschuld mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht äußern, bestätigte jedoch, dass die Stadt die Zwangsversteigerung beantragt hat. Als Verwaltungschef sei er verpflichtet, die Schuld einzutreiben. Der Stadt dürfe kein Schaden entstehen. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Rathaus den Verwalter des Hertie-Hauses auf diese Weise unter Zugzwang setzt. Im Oktober 2012 sollte es ebenfalls zu Versteigerung kommen. Damals waren Grundsteuerschulden in Höhe von 45 000 Euro aufgelaufen. Laut Gilgenast habe man das Verfahren damals jedoch vorerst gestoppt, um mit dem Verwalter über einen Kauf der Immobilie verhandeln zu können.

Unterdessen gehen Eingeweihte davon aus, dass es die Firma CR Management als Verwalterin des Hertie-Hauses nicht zu einer Zwangsversteigerung kommen lassen wird. Sollte die Steuerschuld rechtzeitig beglichen werden, wäre der Termin vor dem Amtsgericht überflüssig. Sollte dieser Fall eintreten, würde sich in Rendsburg genau das wiederholen, was sich vor zweieinhalb Wochen in Schleswig ereignet hat: Auch das dortige Hertie-Haus sollte wegen nicht bezahlter Grundsteuern unter den Hammer kommen. Kurz vor der Zwangsversteigerung wurden die Schulden beglichen.

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