Bauprojekt : Stadt verkauft Obereiderhafen

Drei Stunden dauerte der Notartermin, dann unterzeichneten Bürgermeister Pierre Gilgenast und Unternehmer Stefan Blau den Vertrag über den Kauf des Obereiderhafens.
Drei Stunden dauerte der Notartermin, dann unterzeichneten Bürgermeister Pierre Gilgenast und Unternehmer Stefan Blau den Vertrag über den Kauf des Obereiderhafens.

Flächen wechseln für zwei Millionen Euro den Besitzer. Unternehmer Stefan Blau zahlt erst, wenn die Baugenehmigung erteilt ist.

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23. März 2018, 11:09 Uhr

Rendsburg | Die freien Grundstücke am Obereiderhafen wechseln den Eigentümer. Für zwei Millionen Euro verkauft die Stadt Rendsburg 15 800 Quadratmeter an den Unternehmer Stefan Blau aus Bayern. Blau und Bürgermeister Pierre Gilgenast unterzeichneten den Kaufvertrag am Mittwochnachmittag in der Kanzlei des Notars Dr. Markus Göldner. Vereinbart wurde, dass Blau das Geld erst überweisen muss, wenn die Baugenehmigung für das Areal vorliegt. Das dürfte Anfang 2019 der Fall sein. Die Höhe des Kaufpreises wurde von Gutachtern ermittelt.

Das Planungsgebiet Obereiderhafen ist insgesamt zwei Hektar groß. Blau erwirbt allerdings nur die unbebauten Flächen auf beiden Seiten des Bahndammes. In öffentlicher Hand verbleiben der Platz und die Straße unter der Eisenbahnbrücke. Ein Großteil der Flaniermeile bleibt ebenfalls in städtischer Hand. Nur auf der Nordseite des Areals (Richtung McDonalds) erwirbt Blau die Flächen bis zur Wasserlinie. Der Kaufvertrag ist die entscheidende Grundlage für die weiteren Verhandlungen von Stefan Blau mit Investoren und Banken. Dieser zeigte sich gestern im Hinblick auf sein Großprojekt sehr optimistisch: „Ich unterschreibe einen Notarvertrag erst, wenn ich mir sicher bin, dass es klappt“, so Blau.

Zwischen 30 und 40 Millionen Euro sollen auf dem Areal verbaut werden. Kernelement ist ein siebenstöckiges Vier-Sterne-Superior- Hotel, das Blau mit der Hamburger Hotelkette RIMC verwirklichen will. Weiterhin in der Planung sind ein Boarding-Haus, ein Bürocenter und eine Kindertagesstätte mit mindestens 100 Plätzen. Darüber, so Blau, sei er mit einem Verein im Gespräch. Eine maritim geprägte Hafenmeile rundet das Angebot ab. Blau denkt an eine Brauerei, kleine Geschäfte und Gastronomiebetriebe, schränkt aber ein: „Das ist ein Traum von mir.“

Grundlage aller Pläne werden die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbes sein, den Blau gemeinsam mit der Stadt Rendsburg angestoßen hat. Fünf Büros – vier aus Hamburg, eines aus Schleswig-Holstein – wurden eingeladen, Vorschläge zu unterbreiten, auch zum Lärmschutz. Eine Jury aus Architekten, Vertretern der Städte Rendsburg und Büdelsdorf sowie der Wirtschaft (darunter ACO-Chef Hans-Julius Ahlmann) wird am 25. April den Sieger ermitteln. Die beteiligten Büros sollen auch Vorschläge für die Grünflächen zwischen Eisenbahnstraße und Bahndamm vorlegen. Blau kann sich hier Parkplätze sowie eine neue Abbiegespur zum Obereiderhafen vorstellen.

Als Baubeginn für das Hotel peilt Stefan Blau den Sommer 2019 an. Für das gesamte Areal rechnet er mit einer Bauzeit zwischen eineinhalb und zwei Jahren. Ein Generalunternehmer soll das Projekt verwirklichen.

Unternehmer Blau dankte Bürgermeister Pierre Gilgenast, der Stadtverwaltung und der Rendsburger Politik für ihre große Unterstützung. „Ohne diese einhellige Hilfe würde ich das hier nicht machen.“

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