zur Navigation springen

An der Marienkirche : Stadt sperrt Straße am maroden Hertie-Gebäude

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weitere Teile der baufälligen Fassade drohen abzubrechen. Wie lange die Sperrung dauert, ist noch nicht abzusehen.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2016 | 07:11 Uhr

Ein dunkelgrauer Mercedes wurde als letztes Fahrzeug noch durchgelassen – dann war Schluss: Mitarbeiter des Umwelt- und Technikhofs sperrten gestern um 14.40 Uhr die Engstelle zwischen einem Flügel der Hertie-Ruine und der Marienkirche. Aus Sicherheitsgründen – vermutlich in der Nacht zu Sonnabend war ein 1,50 Meter langes Betonteil von einem Wintergarten-ähnlichen Erker auf den darunter liegenden Bürgersteig gefallen (wir berichteten). Passanten wurden bei dem Vorfall nicht verletzt. Ein Autofahrer hatte den Klotz am Sonnabend gegen 9    Uhr bemerkt und die Leitstelle der Polizei in Kiel informiert. Wie lange die Sperrung andauern wird, ist offen.

Auch Fußgänger und Radfahrer müssen vorerst einen Umweg über den Stegengraben in Kauf nehmen. Die Bauaufsicht zog damit die Konsequenzen aus einer Ortsbegehung gegen Mittag. Dabei hatte sich herausgestellt, dass weitere Teile des Erkers einen instabilen Eindruck machen. „Es besteht die Gefahr, dass sich weitere Platten lösen“, sagte Ute Goßmann vom Fachdienst Bauaufsicht im Rendsburger Rathaus. „Wir können nur froh sein, dass bisher keiner zu Schaden gekommen ist.“

Und so geht es weiter: Der Hertie-Hausvermarkter Sebastian Mogos-Lindemann von der Firma CR Investment in Berlin wird aufgefordert, ein Gutachten erstellen zu lassen. Er muss nachweisen, dass der nördliche Flügel des Ex-Kaufhauses gegenüber von der Marienkirche noch standsicher ist. Erst bei einem positiven statischen Attest darf die Straße wieder freigegeben werden.

Bereits am Vormittag hatte Mogos-Lindemann die Abbruchfirma Elly Nickels beauftragt, den fragilen Bereich der Fassade mit Netzen zu sichern. Als ein Mitarbeiter des Unternehmens vor Ort erschien, um sich ein Bild von der maroden Fassade zu machen, winkte er gleich ab. Mit einem Netz sei es hier nicht getan. „Der Bereich ist nicht mehr zu retten“, sagte Horst Gripp. Um eine Gefahr für die Umgebung auszuschließen, muss nach seiner Einschätzung der Erker komplett abgerissen werden.

Die durch das Aufstellen der Straßensperren und die Besichtigung des Gebäudes entstandenen Kosten – ein Prüfingenieur wurde eigens beauftragt – wird die Stadt nicht Mogos-Lindemann, sondern dem Hertie-Insolvenzverwalter in Rechnung stellen. Es handelt sich um eine Kanzlei in Hamburg.>Die Einfahrt von der Mühlenstraße in die Straße „An der Marienkirche“ ist vorerst nicht möglich. Die andere Hälfte des Rings bleibt geöffnet. Weil es sich um eine Einbahnstraße handelt, kann sie jedoch nur über die Zufahrt von der Tangente zum Nienstadtstraßen-Parkhaus bzw. den steilen Verbindungsweg neben dem Hertie-Gebäude erreicht werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen