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Rendsburger Rathaus : Stadt-Mitarbeiter verjagen Serien-Einbrecher

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Täter drang nach Geschäftsschluss ins Rathaus ein. Putzfrauen entdeckten den Mann, der daraufhin flüchtete.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Das war mehr als dreist: Am helllichten Tag ist am Freitag ein Einbrecher nach Geschäftsschluss ins Rathaus eingedrungen. Im Foyer machte er sich an den Schränken zu schaffen – dann wurde er von Mitarbeitern entdeckt und flüchtete. Da zunächst unklar war, ob sich der Täter innerhalb des Rathauses ein Versteck gesucht hatte, sicherten drei Streifenwagenbesatzungen die Ausgänge des Gebäudes. Nach Auswertung erster Zeugenaussagen verlautete aus Polizeikreisen, dass es sich wahrscheinlich um einen Serientäter handelte.

Gegen 14 Uhr war den Putzfrauen des Rathauses ein unbekannter Mann aufgefallen, der durch die Flure schlich. Kurz darauf hörten sie aus dem Foyer ein lautes Geräusch und eilten hinzu. Als sie den Täter hinter dem Informationstresen des Rathauses erblickten, riefen sie sofort die Polizei und verständigten Bürgermeister Pierre Gilgenast, der zu diesem Zeitpunkt in seinem Amtszimmer ein Gespräch mit einem Besucher führte. Gemeinsam mit seinem Gast suchte Gilgenast die oberen Stockwerke des Gebäudes nach einem Eindringling ab. Den Einbrecher fanden sie zwar nicht, aber sie entdeckten, wie der Mann möglicherweise ins Rathaus gelangt sein könnte, das üblicherweise ab Freitag, 12 Uhr, verschlossen wird. Im Treppenhaus, das zur Tiefgarage führt, waren die Verriegelungsschlitze sämtlicher Feuerschutztüren über einen Drehknopf herausgezogen und arretiert worden, so dass die Türen nicht mehr ins Schloss fallen konnten. Unklar blieb, ob der Täter diese Manipulation während der Rathaus-Geschäftszeiten vorgenommen hat – oder es sich hierbei lediglich um die Nachlässigkeit einer Firma gehandelt haben könnte, die dem Täter unbeabsichtigt in die Hände spielte: Die Firma war am Vormittag mit dem Einbau neuer Brandschutzvorrichtungen beschäftigt und hatte dabei auch Arbeiten in der Tiefgarage zu erledigen.

Durch die schnelle Reaktion der Rathaus-Mitarbeiter hält sich der von dem Einbrecher angerichtete Schaden vermutlich in Grenzen. Eine genaue Bestandsaufnahme soll am Montag erfolgen, wenn alle Mitarbeiter wieder im Dienst sind. Bisher ist klar, dass lediglich ein Schrank im Foyer beschädigt wurde. Hätte der Täter allerdings den verschlossenen Nachbarschrank aufgebrochen, wäre die Beute unter Umständen größer ausgefallen: Dort lagerten die Schlüssel für die Dienstwagen des Rathauses.

Bürgermeister Gilgenast lobte die Rathaus-Mitarbeiter für ihre schnelle Reaktion. „Die Mitarbeiter haben sehr besonnen reagiert.“

Die exakte Täterbeschreibung lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.

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