Nach Doppelmord in Haale : Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 29-Jährigen

Auf dem Resthof in Haale sind am 18. November 2014 die Leichen von zwei Frauen gefunden worden.
Auf dem Resthof in Haale sind am 18. November 2014 die Leichen von zwei Frauen gefunden worden.

Dem Tatverdächtigen wird unter anderem heimtückischer Mord vorgeworfen. Er soll zwei Frauen erschossen und erstochen haben.

shz.de von
21. Juli 2015, 15:21 Uhr

Kiel | Mutter und Tochter lagen tot in ihrem Pferdestall. Daneben ein brennender Rundballen. Im Fall des Doppelmordes von Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat die Staatsanwaltschaft Kiel jetzt Anklage erhoben.

Beschuldigt ist Dennis N. (29), Betreiber einer Autowerkstatt aus dem benachbarten Beringstedt. Im vergangenen November soll er erst die Tochter erschossen, dann die Mutter erstochen und schließlich das Feuer gelegt haben. Oberstaatsanwältin Birgit Heß: „Die Anklage lautet auf zweifachen Mord.“ Nach Gerichtsangaben ist es „hochwahrscheinlich“, dass die Hauptverhandlung noch in diesem Jahr startet. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest.

Bei Tochter Regina  F. (57) sehen die Ankläger Habgier und die Verdeckung einer Straftat als Motiv. Bei Mutter Inge S. (83) ist Heimtücke das Mordmerkmal.  Nach Informationen von shz.de suchte Regina  F.  Ersatz für ihren defekten VW-Bus und hatte dem Beschuldigten dafür mehrere 1000 Euro gegeben. Offenbar kam es zum Streit, weil  Dennis N. das Geld verbrauchte und wegen finanzieller Schwierigkeiten das Fahrzeug nicht liefern konnte.

Mutter Inge S. soll die Schüsse gehört haben und musste sterben, weil sie nach ihrer Tochter sah. Im Stall mit mehreren Pferden zündete der Täter nach der Tat einen Strohballen an, den Feuerwehrleute aber schnell löschten. Auch die Brandstiftung ist angeklagt. Der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht bestätigte bei einer Haftprüfung nach sechs Monaten den dringenden Tatverdacht aufgrund von Indizien.

Die beiden Frauen lebten seit 1998 in Haale und betrieben einen „Gnadenhof“ für Pferde.

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