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Fussball : Spitzenteam statt Abstiegskandidat

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der FC Fockbek sorgt in der Fußball-Kreisklasse A für Furore. Der einstige Abstiegskandidat führt derzeit das Klassement an. Als „Glücksfall“ für den Verein bezeichnet Ligaobmann Steffen Sievers Thorsten Themann, der im Winter das Traineramt beim FC übernahm.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten sie beim FC Fockbek mit dem Schlimmsten rechnen. Vor Beginn der Rückserie der Saison 2013/14 Anfang März zierte der FC das Tabellenende in der Fußball-Kreisklasse A. Die meisten Spiele (19), die wenigsten Punkte (7), die wenigsten geschossenen Tore (25), die meisten Gegentore (61) – die Bilanz und die Leistung der Akteure auf dem Rasen bis dato machten wenig Mut. Die Fockbeker hatten schwierige Wochen vor und nicht minder schwierige Wochen hinter sich. Nach internen Querelen mit zum Teil bösen Anfeindungen hatten im Winter eine Hand voll Spieler, unter ihnen auch Spielertrainer Özkan Altin und Torjäger Emre Kaya, den Verein verlassen. Aus dem einstigen Mitfavoriten um den Titel war ein sicherer Abstiegskandidat geworden.

Die „Aktie Fockbek“ befand sich steil im Sinkflug. Doch der FC schaffte den Turnaround. Mit sieben Siegen aus den verbleibenden elf Spielen sprang der FC noch auf Platz elf der Tabelle – mit respektablen sieben beziehungsweise elf Punkten Abstand zu den Absteigern Osdorfer SV II und SV Holtsee. „Ein Abstieg hätte sicherlich dramatische Folgen gehabt“, sagt Ligaobmann Steffen Sievers rückblickend. Als „Glücksfall für den Verein“, wie es Sievers formuliert, erwies sich in dieser Situation Thorsten Themann, der im Winter das Traineramt von dem zu Borussia 93 Rendsburg abgewanderten Özkan Altin übernahm. Themann stellte die Mannschaft neu auf und holte viele Talente aus der A-Jugend dazu. „Dass wir den Klassenerhalt geschafft haben, war ein großer Verdienst von Thorsten. Er hat viele von den jüngeren Spielern schon durch die Jugend begleitet und wusste sie anzupacken“, so Sievers. Doch Themann hat nicht nur den Gang in die B-Klasse abgewendet, er hat den FC in kürzester Zeit wieder zu einem Spitzenteam in der A-Klasse geformt. Nach dem 12. Spieltag führt der FC das Klassement mit 29 Punkten an. Damit haben die Fockbeker zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison schon mehr Punkte als in der gesamten vergangenen Spielzeit (28). „Es ist natürlich viel schöner, von oben nach unten auf die Mannschaften zu gucken, als immer nach oben schielen zu müssen“, sagt der Coach, der seinen Anteil an dem kometenhaften Aufstieg aber nicht überbewerten will. „Das ist ein Verdienst der ganzen Mannschaft. Was die Jungs derzeit leisten, ist gar nicht hoch zu bewerten.“

Denn ein Großteil seiner Mannschaft gehört noch dem älteren A-Jugend-Jahrgang an. Dennoch zählen Spieler wie Jannes Mumm, Jean-Philipp Wagner, Maximilian Seubert oder Shawn Themann bereits zu den Leistungsträgern und sind aus dem Team kaum mehr wegzudenken. Themann: „Sie sind technisch stark, ballgewandt und bringen deutlich mehr Tempo in unser Spiel. Und sie stacheln die Älteren an.“ Wie etwa Timo Hilbert, der derzeit gefühlt seinen dritten Frühling erlebt und mit bislang zwölf Treffern ebenso seinen Anteil am Höhenflug hat wie auch Sturmpartner Piet Schulz (acht Tore) oder die Abwehrrecken Andre Bollmann und Marten Vollrath, die dafür sorgen, dass der FC neben der zweitbesten Offensive (43 Tore) auch die beste Defensive (16 Gegentore) stellt. „Aber wir wissen die Situation einzuschätzen und werden bestimmt nicht abheben“, sagt Themann. Ziel bleibe, so der Trainer, ein einstelliger Tabellenplatz. Als Titelfavorit sieht er sein Team nicht: „Wenn wir unter die ersten Sieben kommen, wäre das nach der schwierigen vergangenen Saison schon ein großer Erfolg. Außerdem werden die jungen Spieler sicherlich nicht auf diesem Niveau dauerhaft weitermachen können, sondern einen Einbruch bekommen. Was aber auch nicht verwunderlich wäre, da sie auch zum Teil ja auch noch in der A-Jugend spielen müssen. Die Doppelbelastung ist enorm.“

Ein Aufstieg ist deshalb auch kein Muss für Ligaobmann Steffen Sievers. „Wenn es klappt, wäre es toll. Wenn nicht, bricht die Welt nicht zusammen.“ Gleichwohl peilt der Verein auf lange Sicht den Sprung eine Klasse höher an. Sievers: „Der FC Fockbek gehört in die Kreisliga.“ Denn die Perspektiven sind gut. Zwar kämpft die A-Jugend aufgrund der Abstellungen für die erste Herrenmannschaft um den Klassenerhalt in der Verbandsliga, aber die B-Jugend führt derzeit ohne Punktverlust die Verbandsliga an. „Da wächst etwas heran. Und auch in den jüngeren Jahrgängen sind wir sehr gut aufgestellt.“ Sievers spricht gar von „rosigen Zeiten“ für den Verein. Wer hätte das schon vor ein paar Monaten gedacht?

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