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Tagesmütter-Ärger : Spielgruppe „Kunterbunt“: Voller Einsatz für bessere Betreuung und gegen Hürden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Thema Kinderbetreuung ist brisant. Das haben zwei Tagesmütter in Fockbek erfahren. Sie dürfen sich nicht zusammen um die Schützlinge kümmern

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 18:42 Uhr

Seit dem 1. August haben Eltern bundesweit einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. Dass das Thema Kinderbetreuung aber nach wie vor brisant ist, zeigt sich an dem Beispiel der Tagespflegegruppe „Kunterbunt“ in Fockbek.

Mitte Juni dieses Jahres entschloss sich Tagesmutter Insa Grimm, die seit über elf Jahren tagsüber Kinder aus Fockbek und der Umgebung betreut, mit Ilona Bruhn zusammenzuarbeiten – nicht ohne bürokratischen Ärger. Denn nach der Kindertagespflegeverordnung des Landes Schleswig-Holsteins muss bei einer Zusammenarbeit zweier Tagesmütter eine erkennbare Zuweisung der Kinder zu den einzelnen Betreuerinnen erfolgen.

Gegen eine solche feste Zuweisung der insgesamt 13 Kinder wehren sich Grimm und Bruhn bewusst. Aus Sicht der beiden Fockbeker Frauen wird ihnen durch die bestehende Rechtslage die bestmögliche Betreuung der Kinder verwehrt. „Zusammen können wir unsere Tageskinder deutlich besser betreuen. Dadurch ist es möglich, dass wir unsere Jüngeren und Älteren nach Bedarf auch trennen können. Nur so kann man etwa verhindern, dass die Großen beim Basteln von den Kleinen gestört werden“, so Grimm. Auch in Notfällen sei es viel beruhigender zu wissen, dass jemand da ist, der die Aufgaben des anderen übernehmen kann. In Schleswig-Holstein jedoch ist die gemeinsame Betreuung, im Gegensatz zu elf anderen Bundesländern, nicht vorgesehen. Mehr als ein bloßes Nebeneinander von zwei Tagespflegegruppen wird nicht geduldet, um eine „familienähnliche Betreuung“ für die Kinder zu gewährleisten.

Aufgegeben haben die beiden Tagesmütter allerdings noch lange nicht. Auch wenn ihnen vom Jugendamt zunächst mit dem Entzug der Genehmigung gedroht wurde, bleiben Grimm und Bruhn hartnäckig. Für ihre Zusammenarbeit streben sie jetzt eine Ausnahmegenehmigung beim Jugendamt in Rendsburg an. Über sie wird in den nächsten Wochen beraten. Die Eltern stehen hinter Grimm und Bruhn. Sie befürworten durchweg eine zusammengelegte Betreuung. Viele von ihnen haben Briefe an das Jugendamt geschickt, um ihrem Unmut Luft zu machen. Für Kerstin Dinkhauser, die ihre Tochter in die Tagesstätte „Kunterbunt“ bringt, profitieren von der gemeinsamen Betreuung alle Beteiligten: Eltern, Pfleger und „vor allem die Kinder“.

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