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Fussball-Verbandsliga : Spielerrevolte beim RTSV

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Spieler des Fußball-Verbandsligisten Rendsburger TSV haben sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Trainer Christian Heider ausgesprochen. Das teilte die Mannschaft dem überraschten Coach am Dienstag vor dem Training mit.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Als Christian Heider am Dienstagabend von Kerem Atamtürker vor dem Training zu einem Gespräch gebeten wurde, glaubte der Trainer des Fußball-Verbandsligisten Rendsburger TSV zunächst an einen Aprilscherz. Denn in kurzen Worten teilte Atamtürker dem verdutzten Heider in Namen der Mannschaft mit, dass der Coach entlassen sei. Der überwiegende Teil der Spieler habe sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Heider ausgesprochen. „Das Zwischenmenschliche hat einfach nicht mehr gepasst. Es sind viele kleine Dinge vorgefallen, die sich summiert haben“, begründet Atamtürker die ablehnende Haltung der Mannschaft gegenüber dem Trainer. Ein weiterer Akteur, der nicht genannt werden möchte, bestätigt die Aussagen. „Viele Spieler haben Probleme mit der Art von Christian und sind seinetwegen nicht zum Training erschienen. Es ging einfach nicht mehr. Es war die Frage, geht er oder geht die Mannschaft.“

„Ich habe darauf gewartet, dass jemand um die Ecke kommt und April, April ruft“, sagt Heider, der „wie vor den Kopf gestoßen“ war. „Wie kann sich ein Spieler anmaßen, so etwas zu machen?“ Zumal Atamtürker ohne Rückendeckung des Gesamtvereins gehandelt hat. Und nur der Hauptvorstand des RTSV kann den Trainer, den er eingestellt hat, auch wieder entlassen. „Das Vorgehen der Mannschaft war mit uns nicht abgesprochen“, sagt Roland Nemitz verärgert. Der 1. Vorsitzende des RTSV war gestern um Schadensbegrenzung bemüht. „Den ganzen Tag über musste ich telefonieren, weil ich von der Entwicklung total überrascht worden bin. Wie es nun weitergeht, müssen wir sehen. Ich habe jedenfalls noch keine Gespräche mit anderen Trainern geführt, da Christian Heider noch einen gültigen Vertrag besitzt und nicht freigestellt ist. Es ist ja auch eine Frage des Geldes. Wir haben keine Druckmaschine im Keller, so dass wir eben mal einen neuen Trainer verpflichten können.“

Die Entwicklung deutete sich bereits in den vergangenen Wochen an, konkret wurde es dann am Sonntag nach der 0:6-Niederlage bei der SpVg Eidertal Molfsee, als sich die Spieler ohne ihren Coach zu einer Aussprache trafen. „Schnell war klar, dass es nicht wie bisher weitergehen kann und wir handeln mussten. Keiner wollte mehr unter Christian trainieren“, berichtet Atamtürker, der daraufhin die Hauptsponsoren Karin und Gerd Calbow (BC Gebäudereinigung) sowie Thomas Fröhlich, den 1. Vorsitzenden des RTSV-Fördervereins, über das Vorgehen der Mannschaft informierte. Auf Nachfrage der Landeszeitung wollte Gerhard Calbow gestern ein Gespräch allerdings nicht bestätigen: „Christian Heider ist nicht mehr Trainer? Das ist das erste Mal, dass ich davon höre. Bei mir war am Sonntag niemand. Es interessiert mich aber auch nicht, wer beim RTSV als Trainer auf der Bank sitzt. Mich interessiert nur, ob die Mannschaft gewinnt oder verliert.“ Fröhlich gab sich da schon wesentlich auskunftsfreudiger. „Ja, ich bin darüber informiert worden. Und das hat mich ziemlich überrascht, weil wir uns mit Christian schon in den Planungen für die Saison 2014/15 befunden haben. Es herrscht dringender Gesprächsbedarf. Wir müssen uns alle an einen Tisch setzen und im Sinne des RTSV handeln. Wir sind doch nicht der FC Schalke 04 vom Kanal. Wir müssen miteinander reden, nicht übereinander.“

Der 1. Vorsitzende des Fördervereins wollte ursprünglich in der kommenden Woche ausloten, ob der Riss zwischen Mannschaft und Trainer, „den ich übrigens für sehr fähig halte“, so Fröhlich, noch zu kitten ist. Allerdings betont Atamtürker: „Wenn Christian Heider am Sonnabend noch Trainer ist, wird die Mannschaft nicht zum Punktspiel gegen den Gettorfer SC antreten.“ Und deshalb haben sich die handelnden Personen bereits gestern Abend getroffen (das Ergebnis war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt). „Ich halte aber nichts davon, dass sich eine Mannschaft einen Trainer aussuchen darf“, sagt Fröhlich. „Wir lassen uns nicht unter Druck setzen. Auf der anderen Seite müssen wir den Ligabetrieb aufrechterhalten. Wenn die Mannschaft wirklich nicht unter Christian Heider spielen will, müssen wir nach einer anderen Lösung suchen“, so Fröhlich.

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