zur Navigation springen

Kita in Rendsburg : Spielen und Toben auf einer Baustelle

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das neue Gebäude für die Krippengruppen der städtischen Kita Neuwerk wird nicht rechtzeitig fertig. Für die Eltern eine schwierige Situation.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Rendsburg | Mit vielen Fragen und einer großen Portion Wut im Bauch sitzen Gesine (34) und Norbert (43) Keserovic in ihrem Wohnzimmer. Um sie herum tobt ihr 14 Monate alter Sohn Mateo, der ab dem 1. Februar in eine der beiden neuen Krippengruppen der Kindertagesstätte Neuwerk gehen soll. Ein Schreiben vom 15. Januar versetzt sie allerdings in Aufregung. In dem Brief steht, dass die Betreuung „nur unter räumlich nicht optimalen Verhältnissen stattfinden kann“. Grund ist ist der nicht komplett fertig gewordene Neubau, indem es bisher weder sanitäre Einrichtungen, noch einen Fußbodenbelag gibt. Das Ehepaar sorgt sich um die Bedingungen, unter denen ihr Sohn betreut werden wird.

„Ich stelle mir die Frage, ob mein Kind neben einem Presslufthammer spielen wird“, sagt Norbert Keserovic. Die Familie fühlt sich durch die Stadtverwaltung im Stich gelassen. Den Brief über die unfertige Kita verschickte der Fachbereich Familie am 15. Januar und damit erst knapp zwei Wochen vor Eröffnung der beiden Krippengruppen. Keserovic versuchte daraufhin zwei Tage, den Fachbereich zu erreichen – nach seinen Angaben vergebens.

Im Schreiben wird weiterhin angeboten, die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt in die Kita zu schicken. Norbert Keserovic hält den Vorschlag für illusorisch. Seine Frau und er sind beide berufstätig und auf die Krippe angewiesen. Von den 20 Plätzen sind Zweidrittel zu Anfang Februar belegt. Keserovic macht sich um die anderen betroffenen Familien Gedanken: „Und was ist mit den Eltern, die ihre Kinder jetzt nicht hinschicken möchten und deswegen ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen können?“ Schließlich hat nicht jeder verständnisvolle Chefs.

Die betroffenen Familien mussten in der Vergangenheit schon öfter ihre Planung an die Eröffnung der Krippengruppen anpassen. Der Termin wurde mehrmals verschoben. Eigentlich sollten die Krippenplätze ab August 2013 für die Kleinen bereit sein. Eine späte Ausschreibung und Widrigkeiten beim Bau verzögerten den Start.

Der Elternbeirat wies die Stadtverwaltung im November auf die Probleme mit der Fertigstellung hin. „Uns wurde versichert, dass die Eröffnung ohne Schwierigkeiten klappt“, erklärt Vorsitzende Dorothee Reibisch.

Diese Aussage sei im November korrekt gewesen, sagt Bauamtsleiter Frank Thomsen. „Die Verzögerungen wegen Lieferengpässen von Bauteilen und wegen des schlechtes Wetters waren da noch nicht bekannt.“ Allerdings räumt er ein, dass von Beginn an „die Gesamtbauzeit sportlich geschätzt“ war. Jeweils einer von zwei Gruppen-, Wickel-, Ruhe- und Therapieräumen des Neubaus mit insgesamt 132 Quadratmetern sollen zu Anfang Februar soweit hergerichtet sein, dass die Kinder betreut werden können. Die Innenausbauten sollen am 17. Februar komplett abgeschlossen sein. Thomsen betont, dass die Bauarbeiten so organisiert seien, dass Rücksicht auf die Kinder genommen werde. Die Betreuung durch sechs neue Mitarbeiterinnen ist sichergestellt. Obwohl die Räume nur eingeschränkt sind, wird es laut Bürgermeister Pierre Gilgenast keinen Rabatt auf die Kita-Gebühren geben.

Gesine und Norbert Keserovic werden Mateo trotz aller Zweifel Anfang Februar in die Kita bringen. Die Elternzeit ist vorbei, der Urlaub extra unter Anstrengungen verschoben, um Mateo während der Eingewöhnung zu begleiten. „Wir haben keine Wahl“, so die Mutter.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen