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Drachenboot : Spezialtraining für Steuerleute

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kurzlehrgang auf der Obereider: Wie bringt man ein Drachenboot und die bis zu 20-köpfige Mannschaft sicher an den Steg zurück?

Drachenboote sind immer häufiger auf der Obereider und dem Nord-Ostsee-Kanal zu sehen. Die Zahl der Paddler steigt beständig. Qualifizierte Steuerleute jedoch sind noch Mangelware. Deshalb haben Andreas Sick vom Rendsburger Ruderverein und Jörg Beyer vom Drachenboot-Verband Hamburg am Sonnabend einen Lehrgang speziell für Steuerleute angeboten, der mit einer Prüfung und der Erteilung einer Lizenz abschloss. Es war die erste Veranstaltung dieser Art in Schleswig-Holstein.

„Wer ein Drachenboot mit zehn oder 20 Paddlern steuert, übernimmt große Verantwortung“, machte Beyer deutlich. Oberstes Ziel sei, das Boot und die Mannschaft sicher wieder an den Steg zu bringen. An- und Ablegen, Steuern bei Wind und Wellen, durch Engstellen und um Kurven standen auf dem Tagesprogramm. Keine leichte Aufgabe, denn der Rumpf eines genormtes Drachenboots ist immerhin 12,49 Meter lang, 1,16 Meter breit und 250 Kilogramm schwer und hat bis zu 20 Plätze für die Paddler.

Besonders anspruchsvoll war die Steueraufgabe, die Lothar Grabbe zu meistern hatte. Er steuerte das Boot im Slalom zwischen den Dalben gegenüber der Lürssen-Kröger-Werft über den Kanal. „Keine Kollision“, freute sich der57-jährige Borgstedter, der seit sechs Jahren Drachenboot fährt. In verschiedenen Teams fahre er fast das ganze Jahr hindurch „solange kein Eis da ist“.

Der Lehrgang sei „absolut empfehlenswert“, betonte Grabbe. Besonders die ruhige und sachliche Art von Jörg Beyer (76), der im Boot immer direkt hinter den Steuerleuten stand und Tipps und Hinweise gab, hoben die Lehrgangsteilnehmer hervor. Der Lehrreferent Beyer gehört zu den bekanntesten Steuerleuten Deutschlands, war acht Jahre lang Steuermann der Nationalmannschaft, ist mehrfacher Weltmeister und 40 Mal Deutscher Meister.
An den beiden Lehrgängen am vergangenen Sonnabend und eine Woche zuvor nahmen 36 Sportler teil. Die meisten von ihnen kamen aus Rendsburg und Umgebung, wo sie ihre neuen Kenntnisse auch sofort in der Praxis unter Beweis stellen können. Allein sechs 20-er-Drachenboote und zwei Boote für zehn Paddler sind hier im Einsatz.

Andreas Sick jedenfalls hofft, dass die Steuer-Lehrgänge ein weiterer Schritt dazu sind, Rendsburg zu einem Zentrum des Drachenboot-Sports in Schleswig-Holstein und darüber hinaus zu machen.

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