Aukrug : Spezialisten reparieren Kathedralglasfenster der Aukruger Kirche

Kirchenfenster ausgebaut: Vorsichtig nehmen die Glasmalermeister Michael Heymann (links) und Bernhard Loers ein Fensterelement heraus.
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Kirchenfenster ausgebaut: Vorsichtig nehmen die Glasmalermeister Michael Heymann (links) und Bernhard Loers ein Fensterelement heraus.

Nach über 120 Jahren müssen die Bleiglasfenster der Kirche in Aukrug-Innien restauriert werden. Spezialisten begannen nun mit dem Ausbau.

shz.de von
04. Juni 2014, 12:13 Uhr

Die Kirche in Innien präsentiert sich bis Ende August ohne ihre kunstvoll gestalteten bunten Kathedralglasfenster. Alle Fenster wurden ausgebaut und werden nun in einer Spezialwerkstatt in Kevelaer am Niederrhein restauriert. Sanierungsbedürftig sind die Fenster, weil die Bleieinfassung der Fensterelemente nach 121 Jahren deutliche Ermüdungserscheinungen zeigt. Die Restauration kostet mehr als 50 000 Euro.

Entdeckt wurden die Schäden in der Bleiverglasung vor fünf Jahren von Doris Hedrich, die bei der Kirchenkreisverwaltung für den Fachbereich Bau zuständig ist. „Der Kirchenkreis veranstaltet regelmäßig Baubegehungen in allen Liegenschaften“, erläutert Doris Hedrich, „hier in Aukrug haben wir festgestellt, dass die Bleiverkleidung der Gläser müde geworden ist, wodurch die Gefahr besteht, dass die Fenster reißen und die Malschichten auf der Verglasung durch Kondenswasser beschädigt werden.“ „Die Bleinetzeinfassungen der Fenster sind hier sehr, sehr schmal“, erklärt Glassachverständige Claudia Schumacher, Mitarbeiterin des Büros Rauch aus Koblenz, „das ist zwar von der Ästhetik her sehr schön, hat aber den Nachteil, dass die Fenster nun nach über 100 Jahren gründlich saniert werden müssen.“

Glasmalermeister Michael Heymann von der Werkstatt „Hein Derix“ (Kevelaer) hat beim Ausbauen der Fenster die Stelle entdeckt, wo sein Berufskollege Oscar Hermann aus Hamburg beim Bau der Aukruger Kirche 1893 seinen Namen in das handgeschöpfte Tischkathedralglas graviert hat. „Die Bleiverglasung wölbt sich“, stellte Michael Heymann fest, der zusammen mit seinem Glasmalermeister-Kollegen Bernhard Loers aus Glückstadt knapp 30 Fenster mit insgesamt 71 Fensterelementen ausgebaut hat. „In unserer Werkstatt werden wir das Bleinetz da, wo es nötig ist, erneuern und das Glas reinigen“, kündigt Heymann an. Zweieinhalb Monate werden diese Restaurierungsarbeiten dauern.

Architekt Uwe Kekeritz leitet die übrigen Renovierungsarbeiten, die im Zuge der Fensterrestaurierung mit erledigt werden. Der Zugang zum Dachboden wird umgestaltet, die Wärmedämmung soll verbessert werden, und im Altarbereich muss die Beleuchtung erneuert werden. Die Gesamtkosten (inklusive Fensterrestauration) beziffert Kekeritz auf 85 000 Euro.

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