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Stau in Osterrönfeld : Sperrung der B202: Neue Geduldsprobe für Autofahrer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Fahrzeugmassen werden zwei Wochen lang mitten durch den Ort geleitet – Der Berufsverkehr staut sich kilometerweit.

Osterrönfeld | Die Vorbereitungen für besseren Lärmschutz in Osterrönfeld haben begonnen. Auf der Bundesstraße 202 wurde die nach Kiel führende Fahrbahn am Montagmorgen abgeriegelt. Der Verkehr wird durch den Ortskern umgeleitet. Die Spur zum Kanaltunnel und nach Westerrönfeld ist frei. Neben der Schnellstraße wird Bewuchs gerodet. Am Montagnachmittag waren bereits große Teile von Bäumen und Sträuchern auf einem Erdhügel im Bereich der westlichen Fehmarnstraße entfernt.

Platz für Rodungsarbeiten: Die südliche Spur der B202 ist seit Montag gesperrt. Nur die „Bögl“-Schwertransporte am späten Abend dürfen unter Polizeischutz durch.
Platz für Rodungsarbeiten: Die südliche Spur der B202 ist seit Montag gesperrt. Nur die „Bögl“-Schwertransporte am späten Abend dürfen unter Polizeischutz durch. Foto: m. kühl

Mit einem Bagger kamen Mitarbeiter einer Fachfirma Meter für Meter voran. Der Wall soll später erhöht werden. Per Hand waren die größten Bäume vorab gefällt und von Ästen befreit worden. Die Stämme lagerten entlang der Bundesstraße, bereit zum Abtransport. Das Buschwerk legten die Arbeiter in großen Haufen entlang des Walls ab.

In der Ortschaft säumten Halteverbotsschilder die Dorfstraße und Kieler Straße. Im Berufsverkehr war am Montagabend und auch am Dienstag morgen viel Geduld gefragt. Am frühen Abend stauten sich die Fahrzeuge bis zur neuen Brücke, die zum „Bögl“-Kreisel am Rendsburg Port führt, und darüber hinaus. Am Morgen brach der Berufsverkehr zeitweise zusammen. Die Autos stauten sich kilometerweit. Im Ortskern hatten Fußgänger angesichts der dicht an dicht fahrenden Autos und Lastwagen mancherorts Probleme, die Dorfstraße heilen Fußes zu überqueren. Provisorische Bedarfsampeln oder Zebrastreifen wurden nicht eingerichtet. Die Sperrung bleibt voraussichtlich bis zum 25.2. bestehen.

Dicht an dicht: Die Blechkarawane in Richtung A210 quält sich am Montagvormittag über die Dorfstraße in Osterrönfeld. Am frühen Abend brach der Verkehr zusammen.

Dicht an dicht: Die Blechkarawane in Richtung A210 quält sich am Montagvormittag über die Dorfstraße in Osterrönfeld. Am frühen Abend brach der Verkehr zusammen.

Foto: Höfer

Wann die eigentlichen Arbeiten mit dem Ziel besserer Lärmschutzwände und höherer Wälle beginnen, steht noch nicht fest. „Wir sind auf einem guten Weg und im Stadium der Optimierung“, sagte Bürgermeister Bernd Sienknecht am Montag. Die Gespräche mit allen privaten Grundstückseigentümern seien abgeschlossen. Auch die Politik im Ort habe keine Entscheidung mehr zu treffen. Jetzt müsse nur noch die Planfeststellungsbehörde in einem vereinfachten Verfahren entscheiden, bevor die Aufträge vergeben werden können. Die Gemeinde werde sich mit einer Millionensumme am Lärmschutz beteiligen, so Sienknecht. Der Bürgermeister stellte klar, dass die Schallschutzwände an der nördlichen Seite der B202, anders als berichtet, noch nicht demontiert werden. „Sie bleiben zunächst stehen. Jetzt geht es erst einmal um die umweltrelevanten Arbeiten.“ Denn ab Anfang März dürfen keine Büsche und Hecken mehr geschnitten werden. Das Verbot dient dem Artenschutz und ist durch das Bundesnaturschutzgesetz geregelt.

Kritik von Autofahrern, die Rodungsarbeiten hätten im Spätherbst erledigt werden können, als der Kanaltunnel zwischenzeitlich vierspurig befahrbar war, weist man in der für die Bundesstraße 202 zuständigen Behörde zurück. Man habe das zeitlich nicht anders vorausplanen können, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV). „Wir wussten nicht, wie lange die Vierspurigkeit im Kanaltunnel andauert.“ Deshalb habe man sich frühzeitig für einen Zeitraum vor dem Schnittverbot ab März entscheiden müssen – unabhängig von den Planungen der Kanalverwaltung bei der Tunnelsanierung.

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erstellt am 07.Feb.2017 | 12:27 Uhr

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