Hohe Personalkosten : Spenden sichern Zukunft der Alzheimer-Beratung

Über die Spende des Unternehmers Willi Thomsen (rechts) freuen sich Norbert Schmelter, Projektbeauftragter der PflegeLebensnah,  und Brigitte Voß von der Alzheimer-Beratungsstelle.

Über die Spende des Unternehmers Willi Thomsen (rechts) freuen sich Norbert Schmelter, Projektbeauftragter der PflegeLebensnah,  und Brigitte Voß von der Alzheimer-Beratungsstelle.

Angebot der Pflege LebensNah auf Hilfe angewiesen. Unternehmer Willi Thomsen überweist 6000 Euro.

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19. Dezember 2017, 10:59 Uhr

Diese gute Tat ist zu einer Tradition geworden: Einmal im Jahr, meist kurz vor Weihnachten, überweist der Unternehmer Willi Thomsen der Pflege LebensNah eine namhafte Summe, diesmal 6000 Euro. Damit will Thomsen dazu beitragen, die Zukunft der Alzheimer-Beratung zu sichern. Denn diese zählt wie die Kinder- und Jugendhospizarbeit zu den Angeboten, die für Ratsuchende und Betroffene gebührenfrei sind, aber bei der PflegeLebensnah erhebliche Personalkosten verursachen.

Willi Thomsen, der gemeinsam mit seinem Bruder Peter die in Osterrönfeld ansässige Firma „Thomsen Projektentwicklung“ leitet, möchte mit diesem Engagement die Dankbarkeit seiner Familie gegenüber der Pflege LebensNah zum Ausdruck bringen. Denn in einer betreuten Wohneinrichtung der gemeinnützigen Gesellschaft haben seine Eltern ihre letzten Lebensjahre verbracht. Beide waren an Demenz erkrankt, konnten den Haushalt nicht mehr allein führen. Als es zu Hause nicht mehr ging und Thomsen und seine drei Geschwister stets in Sorge um die Eltern waren, setzten sie sich mit der Alzheimer-Beratungsstelle in Verbindung. Diese half, die richtigen Schritte zu gehen. Es folgten viele Gespräche. „Es muss Vertrauen entstehen“, sagt Norbert Schmelter, Projektbeauftragter der Pflege LebensNah. Sich professionelle Hilfe zu holen, nützt dabei nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Verwandten. Brigitte Voß von der Alzheimer-Beratungsstelle: „Nach einer langen Zeit des Kümmerns sind es Angehörige meist gar nicht mehr gewöhnt, auch mal an die eigenen Bedürfnisse zu denken.“

Ungeachtet dessen: Die Eltern ein paar Monate später quasi wegzugeben, fiel den Geschwistern schwer. „Aber dann hat uns gefreut zu sehen, dass die Mitarbeiter mit Demenzkranken umzugehen wussten“, sagt Willi Thomsen. Liebevoll und mit Respekt seien seine Eltern behandelt worden. In der Wohngemeinschaft mit anderen hätten sie sich wohl gefühlt. „Mein Vater, selbst früher Unternehmer, hat schon bald das Kommando übernommen“, erinnert er sich mit einem Schmunzeln.

Die Pflege LebensNah betreibt derzeit sechs Wohngemeinschaften, in denen insgesamt 72 Menschen leben. Am Schloßplatz entsteht die siebte Einrichtung. Wegen des hohen Bedarfs sollen weitere fünf folgen. Es gibt Alltags- und Nachtbetreuer. Für die Mahlzeiten wird gesorgt. Doch das Wichtigste ist laut Schmelter die Nähe zu den Bewohnern: „Man muss gut zuhören können, geduldig sein, Zeit mitbringen und auf die Bedürfnisse eingehen.“

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