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Rendsburg : SPD will Stadtmarketing umkrempeln

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sozialdemokraten fordern einen hauptamtlichen Manager, der Bürgermeister Pierre Gilgenast unterstellt ist. Die CDU dagegen plädiert für strukturelle Korrekturen, ist aber gegen einen radikalen Schnitt.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Die SPD-Fraktion in der Ratsversammlung will das Tourismus- und Stadtmarketing straffen und auf neue Beine stellen. Durch die Gründung einer Gesellschaft mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer wollen die Sozialdemokraten erreichen, dass alle Aktivitäten effizienter ausgerichtet werden. Bisher wird die Verantwortung in einer Bürogemeinschaft aus drei gleichberechtigten Partnern aufgeteilt.

Die Änderung der Struktur soll es dem Bürgermeister ermöglichen, direkt auf die Marketing-Prozesse einzuwirken. Der Geschäftsführer soll dem Verwaltungschef unterstellt sein. Auch die Wirtschaftsförderung, etwa das Vermarkten von Wohngebieten und Gewerbeflächen, fällt nach den Vorstellungen der SPD in den Bereich eines „Stadtmanagers“. Die Zusammenarbeit mit Tourismus Mittelholstein und RD-Marketing solle fortgesetzt werden, indem die Vereine klar definierte Aufgaben wahrnehmen und nach deren Abschluss der Gesellschaft Bericht erstatten.

„Durch die Bündelung mehrerer Aufgaben in der Stadtmarketing GmbH soll erreicht werden, dass langwierige und schwierige Kommunikationsprozesse wegfallen“, heißt es in einem Beschlussvorschlag der SPD, der gestern dem Senat vorlegt wurde. Insgesamt erwartet die SPD eine „striktere Ausrichtung“ und „erhebliche Effizienzsteigerung“. „Im laufenden Betrieb gehen wir davon aus, dass wir mit 185  000 Euro im Jahr auskommen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende René Sartorius im Senat. Das sei weniger als das, was dem Stadtmarketing derzeit zur Verfügung stehe.

Das derzeit mit den Aufgaben betraute Dreigestirn aus RD-Marketing (federführend Anke Samson), Tourismus Mittelholstein (Monika Heise) sowie einer Vertreterin der Stadt (Susanne Mau) hält Sartorius für nicht in der Lage, spürbare Veränderungen in der Außenwirkung Rendsburgs zu bewirken. „Das Hauptziel einer einheitlichen Ausrichtung ist verfehlt worden“, sagte der Genosse kurz vor Beginn der Sitzung. „Ich habe das Gefühl, da müssen sich ständig drei gegenseitig koordinieren.“ Auf die Frage, ob er die derzeit handelnden Akteure für geeignet halte, die neue Rolle eines Stadtmanagers einzunehmen, antwortete Sartorius: „Ich gehe davon aus, dass wir einen neuen einstellen müssen.“ Zu einer Abstimmung über den Beschlussvorschlag kam es nicht. Die Fraktionen wollen sich zunächst intern beraten.

Thomas Krabbes, Vorsitzender der CDU-Fraktion, lobte Samson, Heise und Mau ausdrücklich. „Die drei Frauen haben unglaublich gute Arbeit geleistet.“ Das vor drei Jahren gewählte Konstrukt sei von Anfang an der Einstieg in einen dynamischen Prozess gewesen. Seine Fraktion werde alles dafür tun, um zusammen mit den handelnden Personen eine „optimierte Struktur“ herauszuarbeiten. „Lange Leine und kurzer Draht“, sei das Ziel. „Wie schaffen wir es, mehr Dynamik reinzukriegen? Ist die Trennung von Geschäftsstelle und Tourist-Info noch zeitgemäß?“, fragte der Christdemokrat und nahm die ganze Runde an die Kandare: Die Politik müsse Ziele und Grundsätze definieren, an denen sich das Stadtmarketing orientieren könne. „Wir müssen was tun.“

Andreas Vollstedt stimmte der Idee der SPD zu: „Der Stadtmanager trifft bei uns auf Gehör. Wir finden das zeitgemäß“, meinte der SSW-Fraktionsvorsitzende und schlug vor: „Vorhandene Strukturen straffen und aufbauen auf dem, was bisher geleistet wurde.“

Bei Bürgermeister Pierre Gilgenast ist die Kritik am 2014 umformierten Stadtmarketing angekommen. „Die Arbeitsergebnisse lassen sich sehen, aber der große, gemeinsame Aufschlag wird vermisst“, so der Verwaltungschef. Die in der Schiffbrückengalerie ansässige Bürogemeinschaft erhält jährlich knapp 200    000 Euro. Hinzu kamen 150  000 Euro extra für die ersten Jahre. Der Stadtmarketing-Beirat hatte empfohlen, die Kooperation für weitere fünf Jahre in der jetzigen Form fortzusetzen.

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