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Rendsburg : SPD gewinnt 13 Bezirke: Eine Stadt wider den Bundestrend

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zweitstimmen: 37,2 Prozent für die Sozialdemokraten, 33 Prozent für die CDU.

Die Rendsburger interessieren sich für die große Politik in Berlin deutlich mehr als für die Politik in ihrer Nähe. Diesen Schluss legt zumindest der gestrige Sonntag nahe. Die Wahlbeteiligung betrug in Rendsburg 62 Prozent. Das bedeutet annähernd eine Verdoppelung gegenüber der Kommunalwahl Ende Mai, als nur 33,4 Prozent aller Wahlberechtigten ins Wahllokal gingen. Die Beteiligung von der kombinierten Bundes- und Landtagswahl vor vier Jahren – 64 Prozent – wurde nur knapp verfehlt.

Ungewöhnlich aktiv war dieses Mal auch die Fraktion der Briefwähler. Rund 2160 Rendsburger machten ihr Kreuz auf dem Sofa. Der stellvertretende Wahlleiter Stefan Lohr bestätigte: „So viele Briefwähler hatten wir noch nie.“

Bürgermeister Pierre Gilgenast nannte das Wählerverhalten im Vergleich zum Mai-Urnengang „paradox, da die Themen der Kommunalwahl viel greifbarer sind und die Menschen hier unmittelbar betreffen“. Als Grund nannte der Verwaltungschef unter anderem die „massive mediale Bewerbung auf Bundesebene“.

Was die Ergebnisse bei den Zweitstimmen angeht, stimmten die Rendsburger wider den Bundestrend. Die SPD entschied 13 von 16 Wahlbezirken für sich. Mit 37,2 Prozent lagen die Sozialdemokraten am Ende 4,2 Prozentpunkte vor der CDU – etwas deutlicher als Ende Mai, als der Abstand nur 2,9 Prozent betrug. Die Grünen waren am Sonntag mit 8,0 Prozent drittstärkste Partei in Rendsburg, vor den Linken (6,3 Prozent), der AfD (4,7) und FDP (4,5).

CDU-Fraktionschef Thomas Krabbes freute sich über das Traumergebnis für Merkel. „Letztendlich ist die CDU damit die einzige Volkspartei“, sagte er. Für Johann Wadephul, der in der Stadt 36,5 Prozent der Erststimmen holte, hatte Krabbes ein „großes Kompliment“ parat. Auch mit dem Ergebnis bei den Zweitstimmen sei er hochzufrieden. Es werte rückblickend die 34,7 Prozent bei der Kommunalwahl auf. „Da waren wir auch ohne Mutti-Rückenwind besser.“

Freud und Leid lagen bei Helge Hinz von der SPD dicht beisammen. Aus lokaler Sicht sei das Abschneiden seiner Partei zwar ein Erfolg, denn „das Ergebnis von der Kommunalwahl wurde bestätigt“. Enttäuscht zeigte sich Hinz jedoch vom Bundesergebnis. Es habe nicht an den Themen, sondern am Kandidaten gelegen. „Peer Steinbrück ist ein kluger Kopf, aber er war nicht mehrheitsfähig.“

Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus Schaffner hatte mit weniger als zehn Prozent insgeheim gerechnet. „Ein urgrünes Thema wie die Energiewende ist völlig vernachlässigt worden. Die Bundesregierung hat hier bisher kein richtiges Konzept zustande gebracht – und der Bürger zahlt die Zeche.“

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erstellt am 22.Sep.2013 | 22:42 Uhr

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