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Kommunalwahl : SPD bleibt stärkste Kraft in Rendsburg

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Ein Sitz mehr als die CDU in der Ratsversammlung. Grüne legen zu.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 08:40 Uhr

Rendsburg | "Sch... Spiel", grüßte Fritjof Wilken, als er um 19.33 Uhr das Rathaus betrat. Da meinte er noch den Regen. Kurz darauf verdüsterte sich sein Gesicht angesichts der Zahlen: Halbierung der Stimmenzahl gegenüber 2008 (1190 zu 557), nur noch 7,54 Prozent und zwei statt vier Sitze in der Ratsversammlung - die Liste Wilken Modernes Rendsburg war neben den Linken der Verlierer der Kommunalwahl. Wilken: "Woran es gelegen hat, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass es eine Niederlage ist."

Eine Erklärung kam von der Seite der Sieger. "Die Leute möchten, dass wir uns mit Sachthemen auseinander setzen und nicht mit Unterstellungen", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Helge Hinz, dessen Partei elf von 16 Direktmandaten holte und 37,61 Prozent der Stimmen für sich verbuchte. Für die Sozialdemokraten bleibt es in der Ratsversammlung beim Ein-Sitz-Vorsprung gegenüber der CDU. Hinz: "Ein hervorragendes Ergebnis, das zeigt, dass wir die Leute mit den Themen gerade im sozialen Bereich überzeugt haben."

Zufrieden war auch Thomas Krabbes von der CDU: "Die Sozialdemokraten hatten einen Bürgermeister-Bonus, wir hatten keinen Bürgermeister-Malus", sagte der Christdemokrat in Anspielung auf das desaströse Abschneiden bei der Gilgenast-Wahl im Herbst. Die 14,7 Prozent damals konnte die CDU mehr als verdoppeln und kam auf 34,75 Prozent. 2569 von 22 513 Wahlberechtigten entschieden sich für die CDU. Auch Krabbes verpasst Wilken, der zuletzt vor allem in Richtung der CDU-Granden Brunkert/Krabbes austeilte, einen Verbaltreffer: "Die Außenwirkung der Ratsversammlung hat bei einigen reingeschlagen, das sieht man hier."

Zu einem Patt kam es in Wahlkreis 4 zwischen Wolfgang Naber und Rene Sartorius. Beide sicherten sich 181 Stimmen. Wer von ihnen das Direktmandat gewinnt, wird jetzt per Los entschieden. Dazu tagt der Gemeindewahlausschuss am Donnerstag um 17 Uhr öffentlich im Alten Rathaus. Fest steht jedoch schon jetzt, dass beide einen Sitz in der Ratsversammlung bekommen. Der Verlierer des Losverfahrens wird auf jeden Fall über die Liste einziehen.

Drittstärkste Kraft in Rendsburg sind die Grünen mit 10,78 Prozent und einem Zuwachs von gut vier Prozent gegenüber der Wahl vor fünf Jahren. "Wir sind sehr zufrieden", zieht Fraktionschef Klaus Schaffner Bilanz.

Keinen Kommentar wollte Volker Lindenau von den Linken abgeben. Seine Partei bekam in ganz Rendsburg nur noch 242 Stimmen, was zu 3,27 Prozent und einem Sitz im Rat reichte.

Fast doppelt soviele Wähler (447) entschieden sich für den SSW, der prozentual leichte Einbußen verkraften musste (6,05 Prozent), aber weiter zu zweit im Stadtparlament sitzen wird. Den Rückgang führte Morten Jochimsen auf den Wechsel von Peter Krasemann zur CDU zurück. "Das Ergebnis ist aber noch okay", sagte Jochimsen.

Gar nicht "okay" war nach Ansicht aller Beobachter die geringe Wahlbeteiligung von 33,4 Prozent - ein weiterer Rückgang gegenüber 2008, als noch 39,6 Prozent der Rendsburger ihre Kreuze machten. Die Vorsteherin aller Bürgerinnen und Bürger wird aller Voraussicht nach weiter Karin Wiemer-Hinz heißen. Als stärkste Fraktion hat die SPD das Vorschlagsrecht. "Wenn meine Partei es möchte und ich gewählt werde, gerne", so Wiemer-Hinz.

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