Altstädter Vogelschützengilde : Spannender Wettkampf um die Königswürde

Gildefrühstück im Conventgarten: Serviert wurden Holsteiner Suppe, frischer Spargel mit Katenrauchschinken sowie Vanilleeis mit heißen Himbeeren.
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Gildefrühstück im Conventgarten: Serviert wurden Holsteiner Suppe, frischer Spargel mit Katenrauchschinken sowie Vanilleeis mit heißen Himbeeren.

Altstädter Vogelschützengilde: Um 18.33 Uhr gab Christopher Leptien den entscheidenden Schuss ab.

shz.de von
27. Mai 2015, 00:01 Uhr

Erst ein durchdringender Knall, dann ein starkes Ruckeln – und schließlich gab der Rumpf des Holzvogels den Widerstand auf. Der Schuss, den Dr. Christopher Leptien (50) gestern um 18.33 Uhr abgab, sicherte ihm die Königswürde der Altstädter Vogelschützengilde. Nach einer spannenden Endrunde konnte sich Leptien gegen seine Gildebrüder Willi Thomsen und Erik Ricken durchsetzen.

Der Jubel, der anschließend losbrach, wirkte fast so ohrenbetäubend wie die zirka 800 Schüsse, die am Schützengrund auf den Holzvogel abgefeuert worden waren. Der neue König wurde geherzt, umarmt, geküsst. Auch sein Vorgänger Jens van der Walle war glücklich: „Er wollte es werden, er ist es geworden. Ich habe einen tollen Nachfolger“, sagte van der Walle über Leptien. Dann hatte die neue Majestät ihren ersten offiziellen Termin: Hinter der Gildefahne neben dem Ersten Ältermann Thomas Krabbes ging’s durch die Stadt zum Zapfenstreich am Altstädter Markt.

Ein langer Tag ging damit zu Ende. Am Morgen war die Gilde zunächst von Bürgermeister Pierre Gilgenast empfangen worden, anschließend versammelte man sich im Conventgarten zum Gildefrühstück. Hier hielt der scheidende König Jens van der Walle die letzte offizielle Rede seiner Regentschaft und nutzte diese, um Kritik an der überbordenden Bürokratie zu äußern, die der Wirtschaft zunehmend schade. Überregulierung ersticke wirtschaftlichen Erfolg, sagte er. Wenn man Wohlstand und sozialen Frieden wolle, müssten ehrbare Kaufleute und Unternehmen Luft zum Atmen haben.

Oberst Hartmut Zitzewitz, Kommodore des Lufttransportgeschwaders 63, hielt die Gastrede. „Bürger, die sich mit der Stadt identifizieren, braucht Rendsburg mehr denn je“, so der Oberst. Die Kommunalpolitik müsse gestalten und sollte keine Grabenkämpfe austragen. Beziehungen müssten genutzt, aber nicht ausgenutzt werden. Zitzewitz: „Genau dafür steht die Gilde.“

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