Kanaltunnel : Spätestens im März können Autofahrer die neue Tunnel-Rampe testen

Die Mittelleitplanke zwischen den Fahrtrichtungsspuren wird um eine Schrankenanlage ergänzt. Sollte eine Tunnelröhre blockiert sein, lenken die Schranken den Verkehr in die andere Röhre, in der dann für jede Fahrtrichtung nur eine Spur zur Verfügung steht. Das technische Prinzip ist identisch mit der Anlage am Elbtunnel.
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Die Mittelleitplanke zwischen den Fahrtrichtungsspuren wird um eine Schrankenanlage ergänzt. Sollte eine Tunnelröhre blockiert sein, lenken die Schranken den Verkehr in die andere Röhre, in der dann für jede Fahrtrichtung nur eine Spur zur Verfügung steht. Das technische Prinzip ist identisch mit der Anlage am Elbtunnel.

Der Bereich vor der nördlichen und der südlichen Tunneleinfahrt – in der Technikersprache „Rampe“ genannt – erhält jeweils eine Schrankenanlage.

shz.de von
26. Januar 2015, 12:46 Uhr

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) plant die nächste größere Operation an der Kanaltunnel-Baustelle: Der Bereich vor der nördlichen und der südlichen Tunneleinfahrt – in der Technikersprache „Rampe“ genannt – erhält jeweils eine Schrankenanlage. Diese wird in den Mittelstreifen integriert und soll den Verkehr bei Störungen in die jeweils andere Tunnelröhre lenken. Wegen des Gewichts der aus Stahl gefertigten Schranken sind starke Fundamente erforderlich. Die Schwierigkeit: Für die Bauarbeiten, die je nach Witterung und Planungsstand im Februar oder im März stattfinden sollen, müssen beide Überholspuren gesperrt werden.

Damit der Verkehr dennoch ohne größere Einschränkungen an der Baustelle vorbeirollen kann, kommt es zu einer Premiere: Erstmalig werden die Autofahrer, die in Richtung Norden unterwegs sind, vor der Oströhre auf die neu asphaltierte Fahrbahn gelenkt. Haben sie die Schranken-Baustelle passiert, leitet man sie zurück auf die Fahrbahn der Weströhre. Nach der Tunneldurchfahrt erfolgt ein weiterer Spurwechsel, diesmal um die Schrankenbaustelle auf der Nordseite zu umfahren. Die Oströhre ist für Autos weiterhin tabu. Hier fehlen noch die letzte Verschleißschicht der Fahrbahn sowie die gesamte Technik. Bis Mitte des Jahres sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Sönke Meesenburg, bei der WSV für die Tunnelbaustelle zuständig, schilderte gestern auf Anfrage der Landeszeitung, dass nach dem Einbau der Schrankenanlage umfangreiche Tests geplant seien. Denn im Regelbetrieb soll die Anlage vollautomatisch laufen. Das heißt: Sie soll Verkehrsstörungen selbst erkennen, die entsprechenden Verkehrszeichen schalten und schließlich die Schranken ausfahren. Meesenburg: „Überwacht wird die Anlage aber von Menschen.“

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