Sozialwohnungen heiß begehrt

Mitten in einer Installation aus bunten Metallröhren versammeln sich die „bgm“-Vorstände Wilfried Pahl (von rechts), Stefan Binder und die Bewohner des „Konrad A Hofs“.
Mitten in einer Installation aus bunten Metallröhren versammeln sich die „bgm“-Vorstände Wilfried Pahl (von rechts), Stefan Binder und die Bewohner des „Konrad A Hofs“.

Stadt Büdelsdorf und Baugenossenschaft Mittelholstein eröffnen „Konrad A Hof“ / 48 geförderte Appartements sind vermietet

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12. Oktober 2018, 16:15 Uhr

15 bunte Metallröhren ragen mehrere Meter aus der Erde heraus. Sie wirken, als hätte ein Riese Strohhalme in die Erde gesteckt. Die lebhafte Installation ist an zentraler Stelle des „Konrad A Hofs“ zu sehen. Die Baugenossenschaft Mittelholstein („bgm“) stellte diesen Neubau in Büdelsdorf an der Konrad-Adenauer-Straße im September fertig. „In ihrer Farbigkeit spiegelt die Installation das Motto der Wohnanlage wider: Das bunte Leben“, schreibt Marketing-Mitarbeiter Marius Städler in einer Pressemitteilung.

Sämtliche 48 Wohnungen sind vermietet, 18 davon für fünf Jahre an die Stadt. Sie bringt darin Geflüchtete unter. „Auf dem Hof treffen sich unterschiedliche Generationen und Nationalitäten“, führt Städler aus. Etwa ein Drittel der ungefähr 140 Bewohner sind Kinder.

2014 führten die „bgm“ und die Stadt Gespräche über Unterkünfte für Geflüchtete. Einige zogen in bestehende Wohnungen der Genossenschaft ein. Im Oktober 2015 zeichnete sich ab, dass der Wohnraum knapp wird. Die „bgm“ entwarf umgehend das gemeinschaftliche Bauprojekt. Der erste Spatenstich erfolgte im Dezember 2016.

Der „Konrad A Hof“ stellt das einzige Bauprojekt der „bgm“ dar, das zu 100 Prozent gefördert wurde. Normalerweise werden nur 30 bis 40 Prozent der Wohnungen bezuschusst, berichtet „bgm“-Vorstand Stefan Binder. Wer einziehen will, muss einen Wohnberechtigungsschein vorlegen. Der Zuschuss stammt aus dem Sonderprogramm „Erleichtertes Bauen“ des Landes.

Das Projekt kostete 7,35 Millionen Euro. Die Förderung umfasst ein zinsloses Darlehen von 5,33 Millionen Euro über fünf Jahre und einen Zuschuss von 870 000 Euro. Den Rest brachte die Genossenschaft auf. Im Gegenzug legte sie die Miete auf 4,85 Euro pro Quadratmeter fest. Eine Vier-Zimmer-Wohnung inklusive Nebenkosten kostet pro Monat rund 620 Euro. „Wir hatten eine große Nachfrage von jungen Familien nach den Vier-Zimmer-Wohnungen“, erklärt Binder. Städler betont: „Das Klischee der schlichten Sozialwohnung greift im ‚Konrad A Hof‘ nicht.“ Trotz des engen Kostenrahmens wurde ein langlebiges Vollziegelmauerwerk errichtet. Jede Wohnung hat eine Terrasse oder einen Balkon. Die Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sind 60, 75 und 85 Quadratmeter groß.

Ausgestattet sind sie mit Einbauküche, Duschbad und einem Keller- oder Abstellraum. Im Erdgeschoss sind sämtliche Wohnungen barrierefrei, eine davon dient als Gemeinschaftsraum und Büro für soziale Arbeit. Es gibt Parkplätze und ein Fahrradhaus mit Werkstatt. Der Außenbereich mit Pflanzbeeten soll Raum für Begegnungen bieten.

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